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Gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische RahmenbedingungenEntgegen der Erwartungen von Beginn des Jahres entwickelte sich die deutsche Konjunktur im Jahres-verlauf sehr dynamisch. Auerhalb ihrer Kernregion unterhlt die Bank inzwischen Geschftsbeziehungen zu rund Sparkassen.

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In diesem Modell kann also ein optimaler Zinssatz existieren. Dieser ist eine Art Grenzzinssatz. Erhht der Kreditgeber den vereinbarten Zinssatz ber diesen Optimalzins, so hat das ber die da-durch induzierten Adverse Selection- bzw.

Moral Hazard-Probleme zur Folge, dass der erwartete Zins sinkt. Bei Existenz der Mglichkeit, dass ein Kreditnehmer seinen Zah-lungsverpflichtungen nicht nachkommt, ist die erwartete Verzinsung niedriger als die vereinbarte Ver-zinsung; vgl.

Sie zeigen jedoch auch, dass die Steuerungsfunktion des Preises, also im Falle der Kreditvergabe des vereinbarten Zinssatzes, limitiert ist. Eine Erhhung des vereinbarten Zinses hat zwei Effekte: Zum einen erhhen sich die Zahlungen an den Kreditgeber, sofern der Kredit ordnungsgem bedient wird. Dies erhht sowohl die Kapitalkosten des Kreditnehmers als auch die Bereitschaft des Kre-ditgebers zur Kapitalvergabe.

Zum anderen steigt aufgrund der hheren Glubigerforde-rungen auch die Wahrscheinlichkeit der Attrahierung von Kreditnehmern mit hohem Ausfallrisiko, was wegen der asymmetrischen Informationsverteilung fr den Kreditge-ber ex ante nicht erkennbar ist. Welcher dieser Effekte berwiegt ist a priori nicht zu beurteilen, sondern hngt auch von der Kreditsumme ab. Dazu muss der Glubiger jedoch erstens das Gesamtkreditvolumen des einzelnen Schuldners zum Zeitpunkt der Kredit-vergabe kennen und zweitens darf der Schuldner danach keinen weiteren Kredit bei einem anderen Kreditgeber aufnehmen, da dies eine Erhhung des Risikos des ersten Glubigers bedeutet.

Diese Ausfallrate bezieht sich auf das Risiko der vollstndigen oder teilweisen Zahlungsunfhigkeit des Kreditnehmers, seltener auf dessen Zahlungsunwilligkeit. Dementsprechend orientieren sich die gesetzlichen Vorschriften fr das Aktivgeschft der Kreditinstitute am gesam-ten Kreditvolumen des Schuldners. Ratingsysteme stellen die systematische Grundlage zur Quantifizierung der Ausfallraten dar und betrachten daher die Bonitt des Kredit-nehmers.

In der Regel handelt es sich also um Kundenratings. Ausnahmen finden sich im Bereich der Projekt-finanzierung und Hypothekarkredite, wo ein Objekt- oder Transaktionsrating an die Stelle des Kundenratings tritt. Von diesen Sonderfllen abgesehen sollen Ratingsysteme die Bonitt der Kreditnehmer evaluieren.

Es handelt sich also um eine Prognose hin-sichtlich der Fhigkeit des Schuldners, jeweils fllige Zahlungsverpflichtungen aus dem Kreditgeschft erfllen zu knnen.

Zu diesem Zweck wird ein Klassifizierungssystem eingerichtet und es werden Risikoklassen Ratingstufen definiert, die mit mglichst hoher Trennschrfe ermglichen sollen, die Kreditwrdigkeit der Kreditnehmer zumin-dest ordinal zu beurteilen.

Kreditnehmer einer jeweiligen Ratingstufe sollten die gleiche erwartete Ausfallrate aufweisen, d. Neben den externen Ratings, die in Kapitel 4. Die Bonittsanalyse soll eine mglichst genaue Einstufung der Kreditnehmer in die ver- Vgl. Schierenbeck , S. Theoret ische Grundlagen des Kredi tgeschfts 33schiedenen Risikoklassen ermglichen und diese Einstufung dann whrend der gesam-ten Kreditlaufzeit kontrollieren. Besonders wichtig ist die Differenzierung in logisch-deduktive und empirisch-induktive Verfahren.

Ziel der logisch-deduktiven Vorgehensweise ist die Herleitung eines Begrndungszu-sammenhangs zwischen der zuknftigen Situation des Kreditnehmers und den Determi-nanten, die diese Situation herbeifhren, um ein Risikourteil treffen zu knnen. Aus allgemeinen Kriterien, die erfllt sein mssen, um das Kreditengagement einer be-stimmten Risikostufe zuzuordnen, wird auf den zu beurteilenden Einzelfall geschlossen. Dabei ist eine Fundamentalanalyse des Kreditnachfragers notwendig, die auf interne und externe Daten zurckgreift.

Dieses Verfahren versucht die Bonitt eines Kreditnachfragers anhand von Beobachtungen frherer Kreditnehmer und -engagements einzuschtzen. Die beobachteten Einzelflle werden dann verallgemeinernd auf den zu beurteilenden Fall angewendet und es werden mit Hilfe mathematisch-statistischer Ver-fahren Bonittsurteile hergeleitet.

Im Folgenden werden vier gngige Methoden dargestellt. Zu den Kriterien zhlen etwa Glaubwrdigkeit, Geschfts-moral und Zuverlssigkeit.

Zustzlich werden auch fachliche Fhigkeiten, wie die Ma-nagementqualitt, geprft. Im Firmenkundengeschft wird auf bilanzanalytische Er-kenntnisse abgestellt und es werden Kennzahlen zur Ertrags-, Vermgens- und Finanz-lage untersucht, hufig ergnzt durch Finanzplne.

Ein Charakteristikum der traditionel-len Bonittsanalyse ist, dass sowohl Auswahl und Bewertung der qualitativen und quan-titativen Kriterien als auch deren Gewichtung im Bezug auf das Gesamturteil sehr stark von den individuellen Prferenzen und subjektiven Einschtzungen der zustndigen Kreditsachbearbeiter abhngig sind. Es verbleibt also ein Ermessensspielraum, obwohl viele Kreditinstitute den Entscheidungsprozess systematisiert und formalisiert haben. So wurden beispielsweise Bonitts-Checklisten und genormte Formen der Kreditberichte eingefhrt.

Trotzdem ist, neben der Subjektivitt der Prfung, auch die Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Krediturteile nicht immer gegeben.

Auch kann die fehlerhafte Gewichtung oder Nichtbeachtung wichtiger Kriterien nicht ausgeschlossen werden. Zudem sind die Kosten dieser traditionellen Kreditwrdigkeitsprfung vergleichsweise hoch. Diese wird anhand der Erfahrungen ber das Rckzahlungsverhalten von Kreditnehmern in der Vergangenheit prognostiziert.

Bereits abgeschlossene Kredit-engagements werden dahingehend untersucht, welche Merkmale und welche Gewich-tung Punktbewertung dieser Merkmale zu einer mglichst exakten Trennung von ein-wandfreien und problembehafteten Krediten fhrt. Bei berschreitung einer festgelegten Mindest- Vgl. Disman , S. Festlegung der Ziel- oder Trenngre fr gute und schlechte Schuldner Zur Festlegung einer zuverlssigen Zielgre wird eine Mindestanzahl empiri-scher Daten von Kreditverhltnissen aus der Vergangenheit bentigt.

Definition der relevanten Bonittskriterien inklusive ihrer relevanten Merk-malsausprgungen Bei der Entwicklung von Kriterienkatalogen muss die Datenverfgbarkeit und die Unabhngigkeit der Kriterien gegeben sein, um unbewusste Doppelerfassun-gen und Doppelgewichtungen durch die hohe Korrelation hnlicher Kriterien zu vermeiden.

Bestimmung der Zuordnungsregeln zwischen Merkmalsausprgung und Punkt-skalen und Bestimmung der Kriteriengewinnung bzgl. Ableitung von Entscheidungsregeln und Risikoklassen An dieser Stelle sind insbesondere die Opportunittskosten fr flschlicherweise abgelehnte Kreditnachfrager und die Kosten der Insolvenz flschlicherweise an-genommener Antragssteller zu bercksichtigen.

Zustzlich mssen fr Konstel-lationen, bei denen weitere Prfungen erforderlich sind, die Regeln definiert Vgl. Theoret ische Grundlagen des Kredi tgeschfts werden. Und abschlieend ist es fr die Ausdifferenzierung verschiedener Zonen von Punktwerten nach unterschiedlichen Risikoklassen erforderlich, diese so festzulegen, dass trennscharfe Ausfallraten und homogene Risikokategorien dar-aus resultieren.

Damit werden die beschriebenen Nachteile der traditionellen Bonittsanalyse durch die Ergnzung mit Scoring-Modellen weitgehend vermieden. Durch die Automatisierung der Analyse, die hhere Objektivitt und Transparenz sowie die einheitlich strukturierte und systematische Vorgehensweise, lassen sich Kreditkompetenzen verstrkt dezentrali-sieren. Bei unzureichender empirischer Datenbasis nehmen Scoring-Modelle jedoch lediglich eine Pseudo-Objektivierung der Risikobeurteilung vor.

Die beiden folgenden Verfahren sollen dies korrigieren. Es werden Hypo-thesen ber Kriterien aufgestellt, die die Bonitt eines Kreditnehmers bestimmen und Hypothesen darber welche Merkmale sich in ihrer Ausprgung zwischen der Gruppe guter und schlechter Schuldner besonders deutlich unterscheiden.

Anschlieend werden diese Hypothesen mit Hilfe einer ausreichend groen und reprsentativen Stichprobe historischer Kreditnehmer getestet. Iterativ wird nach dem kritischen Trennwert mit den geringsten Fehlerquoten geforscht und eine Trennfunktion gebildet, anhand derer der kreditnehmerspezifische Diskriminanzwert berechnet wird. Die Diskriminanzfunktion gibt an, wie die Ausprgungen der gewhlten Kenngren zu gewichten sind.

Der je-weilige Diskriminanzwert eines Kreditnachfragers entscheidet ber die Einstufung sol-vent bzw. Dennoch ermglicht sie eine gute Trennung Vgl. Theoret ische Grundlagen des Kredi tgeschfts 37von solventen und insolvenzgefhrdeten Kreditnehmern und deren Einstufung in Risi-koklassen. Bei einem Knstlichen Neuronalen Netz handelt es sich um ein nichtlineares Regressionsmodell, mit dem jede beliebige Funktion approximiert werden kann. Zustzlich ist die KNNA nicht an die restriktiven statistischen Voraussetzungen der MDA gebunden und kann prinzipiell qualitative und quantitative Daten zusammen ver-arbeiten.

Die Klassifikationsleistung kann gesteigert werden, weil zustzliche Daten ber die Jahresabschlusskennzahlen hinaus integriert werden knnen. Wie die MDA ermglicht auch die KNNA sowohl eine dichotomische Trennung zwi-schen solventen und insolvenzgefhrdeten Unternehmen als auch eine Einstufung in verschiedene Risikoklassen mit den jeweils zugehrigen Ausfallquoten. Die Analyse selbst wird jedoch zu einer Black Box, da die erzielten Bonittsurteile nur schwer nach-vollzogen werden knnen.

Diese Unvollkommenheit fhrt dazu, dass der Marktmechanismus nicht mehr effizient ist und es zu einer Kreditrationierung durch die Angebotsseite kommt. Neben dieser Steuerung des Kreditvolumens gibt es weitere Mglichkeiten, Anreizprobleme zu mildern oder gar zu beseitigen. Er zeigt, dass das Rckzahlungsrisiko durch Stellung von Sicherheiten verringert bzw.

Ein Kreditnehmer, der Sicherheiten stellt, wird ceteris paribus vom Kreditgeber zum gleichen Zinssatz ein hheres Volumen erhalten als ein Kreditnehmer, der keine Sicherheiten stellt. Kreditsicherheiten im engeren Sinne: Faustpfand an Sachen und Rechten z.

Verlustbernahmevertrag, freies Ver-mgen vollhaftender Gesellschafter spezielle Haftungszusagen Garantie, Brgschaft, Kreditversicherung b nicht unmittelbar auf Zahlungsmittel gerichtete Ansprche: Rudolph , S. Eine bersicht der Sicherheiten mit Darstellung der jeweiligen Vor- und Nachteile findet sich z. Theoret ische Grundlagen des Kredi tgeschfts 39 Informationspflichten finanzwirtschaftliche Wohlverhaltenspflichten z. Negativklauseln realwirtschaftliche Wohlverhaltenspflichten Sorgfalts- und Versiche-rungspflichten.

Insbesondere die Konsumentenkreditvergabe ist stark standardisiert, da es sich dabei um ein Massengeschft mit relativ geringen Einzelbetrgen handelt. Aus Kostengrnden wird auf eine individuelle Vertragsgestaltung weitgehend verzichtet, wodurch auch ei-nige Mglichkeiten der Sicherheitenstellung keine Anwendung finden.

Dies ist jedoch nur gewhrleistet, wenn der Wert des Sicherungsgutes stabil ist, so dass bei einer spteren Verwertung ein bestimmtes Min-destergebnis gesichert werden kann.

Es ist also sinnvoll, zustzlich realwirtschaftliche Wohl-verhaltenspflichten zu vereinbaren. Ihre Einhaltung lsst sich anhand des Inhalts der Policen gut kontrollieren.

Als Beispiel sei an dieser Stelle die Pflicht zum Abschluss einer Vollkaskoversicherung bei einer Autofinanzierung mit Sicherungsbereignung genannt. Waren sie zunchst vorwiegend im anglo-amerikanischen Rechtsraum in Verbin-dung mit der Vereinbarung von Anleihebedingungen blich, so finden sie zunehmend auch Verwendung als Instrument zur Kreditsicherung und berwachung. Sie stellen eine vertragliche Nebenpflicht des Kreditvertrages dar und sind als Ergnzung zu den Vgl.

Theoret ische Grundlagen des Kredi tgeschfts herkmmlichen Kreditsicherheiten zu sehen. Sie verbietet die n-derung der Finanzierungsstruktur oder macht die Aufnahme weiterer Kredite von der Zustimmung des ersten Kreditgebers abhngig.

Der Wert dieser Vereinbarung ist jedoch negativ, wenn das vom ersten Kreditgeber zur Verfgung gestellte Kreditvolumen zu gering ist. Fr den Fall der Finanzierung eines Investitionsobjektes ist bei zu geringem Kreditvolumen die Realisierung des optimalen Investitionsvolumens nicht mglich. Dadurch kann der Erwartungswert der Investitionsertrge sinken, was zur Erhhung des Risikos des Kreditgebers fhrt.

Der Begriff Monitoring wird in diesem Zusammenhang sehr weit gefasst und beinhaltet folgende Manahmen: Kreditnehmer werden vor dem Hintergrund der Negativausle-se Adverse Selection ex ante durchleuchtet. Kmpel , Rn. Theoret ische Grundlagen des Kredi tgeschfts 41 Punishing oder Auditing Ein Kreditnehmer, der seinen vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommt, sollte bestraft oder berprft werden ex post.

Einzelne Anleger werden mit Hilfe spezialisierter Unternehmen wie Ratingagenturen, Wertpapieranalysten oder Wirtschaftsprfern in die Lage versetzt, diese berwachungsaufgaben durchfhren zu knnen. Das Diamond-Modell zeigt, dass Banken komparative Vorteile bei der berwachung von Kreditnehmern besitzen. Eine Bank kann Kreditnehmer kostengnstiger berwachen als die einzelnen Anleger selbst und fungiert dann als Delegated Monitor. Die berwachung des berwachers, also der Bank, erfolgt ber einen Vertrag mit den Einlegern, der so gestaltet ist, dass die Bank keine Anreize hat, ihre Einleger zu bervorteilen.

Es werden nicht-pekunire Stra-fen fr die Bank festgelegt, fr den Fall, dass sie hinsichtlich ihrer wahren Einnahmen versucht die Einleger zu tuschen. Diese nicht-pekuniren Strafen, wie beispielsweise Reputationsverlust oder Gefngnisstrafen, sind Gegenstand der Kritik am Diamond-Modell, da sie unrealistisch erscheinen. Ein weiterer Kritikpunkt ist die implizite Ten-denz zu einer natrlichen Monopolbildung.

Nach Diamond wre die Kreditvergabe am effizientesten, wenn weltweit nur eine Bank existieren wrde. Dagegen sprechen jedoch die mit steigender Gre ansteigenden administrativen Kosten fr die Bank. Es existieren zwei Ebenen zur Differenzierung: Das Objekt des risikopolitischen Handelns kann zum einen die Ursache, zum anderen die Wirkung des Bonittsrisikos sein.

Theoret ische Grundlagen des Kredi tgeschfts Die ursachenbezogene Begrenzung des Risikos im Aktivgeschft der Kreditinstitute hat das Ziel, die Ausfallwahrscheinlichkeit und die Hhe der mglichen Verluste zu verrin-gern.

Neben der vollstndigen Risikovermeidung, die gleichbedeutend mit dem Ver-zicht auf das Kreditgeschft ist, kommen Risikominderungsstrategien in Frage.

Dazu zhlen der systematische Einsatz einer effizienten Kreditwrdigkeitsprfung bzw. Boni-ttsanalyse der Kreditnachfrager, die Bestimmung kreditnehmerindividueller Kredit-obergrenzen und eine laufende Kreditberwachung.

Dies kann durch die klassischen Absicherungs-manahmen, wie etwa die Forderung von Sicherheiten, erreicht werden. Dabei wird das Risiko auf den Kreditnehmer selbst abgewlzt. Auf-grund des hohen Bewertungsaufwandes wird dies jedoch kaum praktiziert.

Ausgehend von der in Kapitel 2. Zunchst erscheint eine Vgl. Theoret ische Grundlagen des Kredi tgeschfts 43Trennung nach ursachen- und wirkungsbezogenen Strategien sinnvoll. Die ursachenbe-zogenen Anstze zur Risikosteuerung beeinflussen die Wahrscheinlichkeitsverteilung und die Hhe der mglichen Verluste unmittelbar und positiv. Demgegenber dienen die wirkungsbezogenen Anstze der Risikopolitik zur Abfederung oder Abwlzung der Konsequenzen eingetretener Risiken.

Risikovorsorge Dabei zhlt man die Risikovermeidung und die Risikominderung zu den ursachenbezo-genen Anstzen, Risikotransfer und Risikovorsorge lassen sich der wirkungsbezogenen Begrenzung des Kreditrisikos zuordnen. Die Risikodiversifikation besitzt sowohl ursa-chen- als auch wirkungsbezogene Aspekte.

Eine bersicht findet sich in Abbildung Theoret ische Grundlagen des Kredi tgeschfts Ad 1. Im Kreditgeschft ist eine Risikovermeidung in der Regel gleichbedeutend mit einem Verzicht auf dieses Geschftsfeld. Grundstzlich knnen unerwartete Verluste bei Kre-ditgewhrungen nicht ausgeschlossen werden. In der Praxis drften dann lediglich ver-einzelt Kreditgeschfte in Frage kommen, die mit extrem konservativer Besicherungs-politik auch bei Insolvenz der Kreditnehmer Verluste fr die Bank ausschlieen.

Sofern Kreditgeschfte gettigt werden sollen, bei denen auch durch Sicherheitenstel-lung unerwartete Verluste nicht vollstndig ausgeschlossen werden knnen, existieren Strategien zur Risikominderung. Zum einen zhlt dazu der systematische Einsatz effi- Vgl. Ursachenbezogene Begrenzung des Kreditrisikos Einflussnahme auf die Wahrscheinlich-keitsverteilung und Hhe der mglichen Kreditverluste Wirkungsbezogene Begrenzung des Kreditrisikos Manahmen zur Abfederung oder Ab-wlzung der Konsequenzen bei eingetre-tenen Kreditverlusten Risiko-diversifikation Risiko-minderung Abbildung 5: Theoret ische Grundlagen des Kredi tgeschfts 45zienter Kreditwrdigkeitsprfungen bzw.

Diese dienen dazu Fehler bei der Einstufung der Kreditnehmer in die entsprechenden Risikoklassen als Voraus-setzung fr eine risikoadjustierte Kreditbepreisung zu verringern. Zustzlich werden durch Bonittsanalysen auch Indikatoren fr die im Einzelfall geforderten Kreditsicher-heiten und die Bestimmung der kreditnehmerindividuellen Kreditobergrenzen gelie-fert.

Die fachliche Qualifikation der Kreditsachbearbeiter ist eine wichtige Voraussetzung zur Beurteilung des Finanzierungsbedarfs der Kreditkunden. Sie kann durch sorgfltige Mitarbeiterauswahl und regelmige Weiterbildungsmanahmen erreicht und aufrecht-erhalten werden. Auf die persnliche Integritt der Mitarbeiter ist ebenfalls Wert zu legen. Zur Begrenzung der bernahme zu hoher Kreditrisiken ohne ausreichende Abgel-tung ist es notwendig, dass die Entscheidungstrger durch klare Kompetenzregelungen und przise Zuweisung von Verantwortlichkeiten eingeschrnkt werden.

Generell soll-ten alle organisatorischen Anreize zur exzessiven Risikobernahme, z. Der in der Praxis gestaffelte Kreditentscheidungsprozess ber mehrere Hierarchieebenen in Abhngigkeit vom Volumen, wird in der wissenschaftlichen Literatur nicht als ausreichende risikobe-grenzende Organisationsstruktur angesehen. Theoret ische Grundlagen des Kredi tgeschfts Ein weiteres wichtiges Instrument der Risikominderungsstrategien ist der Einsatz einer integrierten Kreditberwachung.

Whrend die laufende Kreditberwachung vom Be-reich Markt mittels der schon genannten Verfahren der Kreditwrdigkeitsprfung durchgefhrt wird, ist das wesentliche Merkmal der Kreditrevision die Unabhngigkeit der Prfinstanz gegenber den zu prfenden Personen und Vorgngen. Die Gefahr, dass Schwachstellen im Entscheidungsproze durch Weisungen beteiligter Dritter nicht auf-gedeckt werden, kann nur vermieden werden, indem die Prfinstanz keine Ergebnisver-antwortung in Bezug auf das Kreditgeschft trgt und hierarchisch unabhngig von den zu Prfenden ist.

Die Kreditrevision ist systematisch in das Kreditgeschft und die Or-ganisationsstruktur zu integrieren und es mssen smtliche Kreditgeschfte Gegenstand der berprfung sein. Nur so ist eine vollstndige Aufbereitung aller risikobehafteten Geschfte gewhrleistet. Die Steuerung der Struktur des Kreditportfolios auf Basis der Grundstze von Risiko-streuung und Risikoverteilung, zhlt zu den Risikodiversifikationsstrategien. Das unsys-tematische Risiko soll weitestgehend eliminiert werden, indem dafr gesorgt wird, dass die Granularitt des Kreditvolumens hoch ist, d.

Es sollten also mglichst geringe strukturelle Abweichungen vom Marktportfolio Die MaRisk unterscheiden in folgende drei Bereiche: Theoret ische Grundlagen des Kredi tgeschfts 47auftreten.

Die Risikodiversifikation sorgt dafr, dass sich die Wahrscheinlichkeitsverteilung und die Hhe der mglichen Verluste zum Positiven verndert. Sie ist somit zur ursachenbe-zogenen Risikopolitik zu zhlen. Gleichzeitig verringert eine hohe Granularitt die Konsequenzen von eingetretenen Risiken. Daher ist die Diversifikation auch der wir-kungsbezogenen Risikopolitik zuzuordnen. Risikotransferstrategien beschreiben Manahmen zur bertragung von Risiken aus dem Kreditportfolio.

Dazu zhlen die bertragung auf den Kreditnehmer selbst, durch klas-sische Absicherungsmanahmen, oder eine bertragung auf Dritte, z. So kann es eine sehr konservative Besicherungspolitik ermglichen, auch unerwartete Verluste durch den Rckgriff auf werthaltige Sicherheiten zu decken. Auch die Verrechnung exzessiver Risikoprmien, die gegebenenfalls Teile der unerwarteten Verluste abdeckt, zhlt zu den Risikotransferstrategien.

Das nach dem Einsatz der vier o. Strategien noch verbleibende Kreditrisiko wird von den Risikovorsorgestrategien, als klassischem Instrument der wirkungsbezogenen Kre-ditrisikopolitik, berhrt. Durch die Bildung von Wertberichtigungen zur Risikovorsorge oder durch die Dotierung von Eigenkapitalreserven, also mittels geeigneter Kapitalun-terlegungsmanahmen, soll dieses verbleibende Kreditrisiko aufgefangen werden. Die Manahmen zur Kapitalunterlegung bilden das Haupteinsatzgebiet der bankaufsichtli-chen Normen.

Kreditinstitute haben dadurch die Mglich-keit, ber Verbriefungsstrukturen ihre Risiken aus der Kreditvergabe an Drittparteien zu transferieren und damit ihr Kreditportfolio direkt ber den Kapitalmarkt zu refinanzie-ren. Bei der Securitization werden Risiken eines abgegrenzten Asset Pools aus dem Be-stand des Forderungsinhabers Originator herausgelst, in einem Treuhandvermgen gebndelt und in Einheiten mit unterschiedlichem Risikogehalt an den Geld- oder Kapi-talmarkt transferiert.

Zur Kapitaldienstleistung der emittierten Papiere dienen die Rckflsse aus den verbrieften Forderungen. Das Erfllungsrisiko hngt ab von der Qualitt und dem Verlusthaftungsrang der jeweiligen Tranche. Hufig wird dies Wasserfallprinzip genannt.

Bei der Risikoeinschtzung der einzelnen Tranchen spielen Ratingagenturen eine entscheidende Rolle. Der Verkauf einzelner Kredite wird jedoch wegen des hohen Bewertungsaufwandes selten praktiziert; vgl. Bei der Syndizierung wird der Kredit aufgrund seines Volumens von mehreren Kreditinstituten Bankenkonsortium gewhrt; vgl. Je nach verwendeter Asset-Klasse lassen sich drei Produkttypen charakteri-sieren: Es existieren zwei grundstzliche Arten von Verbriefungen, sog.

Die Entscheidung fr die jeweilige Variante hngt von den Zielen des Originators ab. Das wesentliche Merkmal eines True Sales ist die bilanz- Vgl. Theoret ische Grundlagen des Kredi tgeschfts befreiende Wirkung, d. Die zivil- und insolvenzrechtliche bertragung der Sicherheiten auf das SPV und die Vereinbarkeit mit dem Bankgeheimnis stellen dabei die besonderen Her-ausforderungen dar. Mit einer synthetischen Verbriefung wird lediglich das vom Asset Pool separierte Risi-ko, ohne die Forderungen selbst, bertragen.

Das eingehende Kapital wird temporr in risikolose Wertpapiere investiert. Somit wird das gesamte Volumen des Subportfolios ber den Kapitalmarkt refinanziert.

Die Forderungen ver-bleiben in der Bilanz des Originators, was den administrativen und den juristischen Aufwand reduziert. Theoret ische Grundlagen des Kredi tgeschfts 51den und den Marktteilnehmern ermglichen, ein bestimmtes Kreditrisiko zu erwerben oder zu veruern. Es ist nicht erforderlich, dass der Marktteilnehmer im Besitz der zugrundeliegenden Forderung ist. Auf Einzelgeschftsebene wird dem Risikoverkufer Sicherungsnehmer, Protection Buyer durch Kreditderivate ermglicht, das Kreditrisi-ko eines Basisinstruments zu separieren und isoliert auf den Risikokufer Sicherungs-geber, Protection Seller zu bertragen.

Nach der Transaktion hlt der Verkufer ledig-lich die kreditrisikolose Liquidittskomponente des Basisinstruments. Kreditderivate ermglichen die Kompensation von Verlusten aus Kreditgeschften bei Eintritt eines vorab bestimmten Kreditereignisses Credit Event oder bei Credit Spread-Vernderungen mittels Ausgleichszahlungen.

Diese sind bezogen auf ein, dem zu besi-chernden Aktivum gleichartigen oder identischen, Referenzaktivum. Ein Referenzakti-vum knnen Anleihen, Kredite einzelner oder mehrerer Kreditnehmer Baskets oder synthetische Kreditrisikopositionen, etwa Indizes, sein. Der Wert des Kreditderivats sollte grundstzlich durch die Bonitt des Kreditnehmers Referenzschuldner bestimmt werden. Basis des Kreditderivates ist der Kreditnehmer, der Wert des Derivates ist je-doch meist an ein bestimmtes Referenzaktivum des Kreditnehmers geknpft.

Theoret ische Grundlagen des Kredi tgeschfts Um zu gewhrleisten, dass beide Parteien von dem Kreditereignis, das die Ausgleich-zahlung auslst, unabhngig sind, wird der Eintritt des Credit Events nicht durch eine der Vertragsparteien publiziert. Vielmehr muss eine neutrale, ffentliche Nachrichten-quelle Publicly Available Information den Eintritt besttigen. Die nach Eintritt des Kreditereignisses erfolgende Abwicklung Settlement kann auf verschiedene Weise durchgefhrt werden: Diese Abwicklungsform kommt nur fr am Markt notierte Anleihen in Betracht, da eine physische Lieferung eines Kredits rechtlich schwierig ist.

Das Physical Settlement ist ausgeschlossen bei synthetischen oder abstrakten Referenzaktiva, wie beispielsweise Indizes. Binary Payment Die Ausgleichszahlung erfolgt in Hhe eines vom tatschlichen Kreditverlust unabhngigen, bei Vertragsabschluss vereinbarten Betrages. Aufgrund der auerbrslichen Handelbarkeit und der individuellen Ausgestaltung der Kreditderivate existiert eine Vielzahl verschiedener Produkte.

Im Falle der Credit Default-Produkte erhlt der Risikoverkufer bei Eintritt des Kredit-ereignisses, aufgrund der von ihm geleisteten Prmie in Basispunkten ausgedrckt , das Recht auf eine Ausgleichzahlung. Deren Hhe ist abhngig von der bei Vertragsab- Vgl. Theoret ische Grundlagen des Kredi tgeschfts 53schluss vereinbarten Abwicklungsmethode. Erfolgt die Prmienzahlung einmalig, so handelt es sich um eine Option, um einen Swap bei periodisch annualisierten Prmienzahlungen.

Meist wird als Benchmarkaktivum ein risikoloses Aktivum verwendet, es kann sich jedoch auch um eine zweite Kreditrisikoposition handeln. Zustzlich er-hht sich die Prmie bei hoher Volatilitt des Credit Spreads. Bei Credit Spread Put-Optionen ist ganz wesentlich die Unterscheidung in europische Credit Spread Put-Optionen, bei denen nur das reine Spread-Risiko abgesichert wird und ein Schadener-eignis zum Verfall der Option fhrt, und amerikanische Optionen, die auch das Ausfall-risiko absichern.

Sie beinhaltet sowohl bonittsbedingte als auch zinsinduzierte Marktwertnderungen. Zur Zeit werden haupt-schlich Total Return Swaps gehandelt, bei denen der Risikoverkufer den gesamten wirtschaftlichen Ertrag Total Return des Referenzaktivums an den Risikokufer ber- In der Literatur ist die Klassifizierung strittig, da keine fr die Option typische asymmetrische Zah-lungsstruktur vorliegt; vgl.

Theoret ische Grundlagen des Kredi tgeschfts trgt. Zu jeweils festgelegten Terminen wird das Referenzaktivum bewertet. Liegt der aktuelle Marktwert unterhalb des zuletzt ermittelten Wertes, so erhlt der Risikoverku-fer vom Risikokufer die Differenz als Ausgleichszahlung.

Umgekehrt muss bei einer Marktwertsteigerung der Verkufer die Differenz an den Kufer abtreten. Smtliche Zinszahlungen des Referenzaktivums werden vom Risikoverkufer an den Risikokufer weitergeleitet, der im Gegenzug eine Prmie zahlt.

Ist es fest- oder va-riabel verzinslich? Bei festverzinslichen Referenzaktiva werden sowohl bonitts- als auch zinsinduzierte Marktwertrisiken transferiert. Das Zinsnderungsrisiko ist wegen der variablen Verzinsung bei variabel verzinslichen Referenzaktiva weitgehend ausge-schlossen. So verbleibt hauptschlich das Bonittsnderungsrisiko und ein Total Return-Produkt mit variabel verzinslichem Referenzaktivum entspricht somit einem Credit Spread-Produkt.

Der Total Return Swap stellt ein geeignetes Instrument zur Absiche-rung des zinsinduzierten Marktpreisrisikos dar, sofern dieses zustzlich zum Ausfall- und Spread-Risiko abgesichert werden soll. Im Hinblick auf die Ausgleichszahlung ist es irrelevant, ob die Marktwertnderung bonitts- oder zinsinduziert ist. Der Risikover-kufer bleibt im Besitz des zugrunde liegenden Referenzaktivums, der Kufer erwirbt eine synthetische Kreditrisikoposition entsprechend dem Risikoprofil des Referenzakti-vums.

Aufgrund ihrer hnlichkeit mit Anleihen sind sie im Gegensatz zu den o. Strukturen voll bilanzwirksam und mssen daher refinanziert werden. Bei einer Credit Default Linked Note, die hier beispielhaft fr die Funktionsweise der Credit Linked Notes dargestellt wird, emittiert der Risikoverkufer eine Anleihe, deren Rckzahlung an den Ausfall eines kreditrisikosensitiven Instru-ments gekoppelt ist.

Theoret ische Grundlagen des Kredi tgeschfts 55bernahme des Kreditrisikos abgegolten. Tritt ein Kreditereignis ein, so erhlt der Risikokufer als Tilgung lediglich den Marktwert des ausgefallenen Referenzaktivums.

Mit der Gegenpartei der derivativen Geschfte entsteht jedoch auch ein neues Kontrahentenrisiko. Es sind zwei Kriterien zur Auswahl mglicher Referenzaktiva zu bercksichti-gen: Da die Marktpreise bereits emittierter Wertpapiere die Preisbildung von Kredit-derivaten vereinfacht, ist es von Vorteil, wenn das Unternehmen in der Lage ist, durch Wertpapieremissionen Kapital aufzunehmen.

Als positiv gilt, wenn dies in der Vergangenheit bereits durchgefhrt wurde. Theoret ische Grundlagen des Kredi tgeschfts Anhand dieser zwei Kriterien knnen vier unterschiedliche Kreditnehmertypen herge-leitet werden, die in Abbildung dargestellt sind. Fr die Ausgestaltung von Derivaten sind die Referenzaktiva dieser Kreditnehmertypen geeignet. Mittelstndische Unternehmen repr-sentieren den Kreditnehmertyp IV, d.

Ihre Referenzaktiva sind daher fr den Risikotransfer mit Kreditderivaten ungeeignet. Die Bank verfgt i. Dies kann zu Adverse Selection fhren. Das Moral Hazard-Problem drckt sich darin aus, dass die kreditge-bende Bank nach Absicherung des Risikos einen wesentlich geringeren Anreiz zur -berwachung der Kreditposition besitzt und sich damit die Ausfallwahrscheinlichkeit der betreffenden Position erhht.

Typ III Abbildung 6: Die drei im folgenden betrachteten Konstruktionen dienen einerseits der Risiko-limitierung, andererseits der Konkretisierung von Strategien zur Diversifikation des Kreditportfolios. Basket-Konstrukte sind eine Mglichkeit zur Begrenzung von Portfoliorisiken. Ihnen liegt typischerweise das Kreditrisiko als Basis zugrunde und sie beziehen sich auf Indizes fr bestimmte Branchen oder Unternehmensausflle.

Die gewhlten Indizes sollten mit den abzusichernden Kreditrisikopositionen bestmglich korreliert sein. Damit wird bei der synthetischen Securitization der Kreditrisikotransfer ermglicht, ohne dass die Ak-tiva aus der Bilanz des Originators entfernt werden.

Im Vergleich zur traditionellen Se-curitization ist die synthetische Securitization flexibler. Es lassen sich beispielsweise Hier findet eine Diversifikation ber unterschiedliche Kreditnehmergruppen statt; vgl.

Dieser Index, der ber die Anzahl der Konkursan-trge Auskunft gibt, wird quartalsweise erhoben und weist eine hohe Korrelation mit den Kreditkar-tenausfllen bei Kreditkartenunternehmen auf; vgl. Theoret ische Grundlagen des Kredi tgeschfts vorrangige Kreditrisiken bertragen und nachrangige Risiken zurckbehalten. Auch spezielle Elemente knnen bercksichtigt werden, etwa ein Leverage oder die Auszah-lung in einer Fremdwhrung. Insbesondere die Funktion des Risikomanagements anhand der Risikoeinschtzung von Bankkrediten ist eine der Hauptaufgaben von Banken.

Die Funktion der Informations-verarbeitung erfllen sowohl Banken als auch Ratingagenturen, eine berwachung der Kreditnehmer im Sinne eines Delegated Monitors fr die Anleger leisten jedoch nur die Kreditinstitute. Auch die Anreize zur korrekten Informationsverarbeitung unterscheiden sich ganz erheblich.

Whrend Ratingagenturen nur einen indirekten Anreiz, aufgrund des Reputationsaspekts, besitzen, besteht fr Banken eine direkte Anreizwirkung, da sie mit ihrer Informationsverarbeitung versuchen, den erwarteten Gewinn aus dem Kredit-geschft zu maximieren.

Die vollstndige Darstellung der bankbetrieblichen Risiken ist zum Verstndnis der Bankenregulierung notwendig. Zur Herleitung einer Banktheorie war die Aufhebung der neoklassischen Annahme des vollkommenen und vollstndigen Kapitalmarktes durch den Neo-Institutionalismus notwendig. Die Grundzge dieses wissenschaftlichen Ansatzes wurden dargestellt um auf die Probleme durch asymmetrische Informationsverteilung, unvollstndige Vertrge und die Agency-Kosten des Eigenkapitals hinzuweisen.

Mit dem in Kapitel 5 entwickel-ten Modell werden die Informations- und Anreizprobleme auf dem Ratingmarkt verrin-gert. Die verschiedenen Manahmen zur Verringerung dieser Konflikte wurde sowohl auf einzel-geschfts- als auch auf gesamtgeschftsbezogener Ebene am Beispiel des Kreditge-schfts erlutert.

Zur Verhinderung der Negativauslese findet bei einzelnen Kreditge-schften eine Bonittsprfung der Kreditnehmer mittels Ratingsystemen statt. Durch Stellung von Sicherheiten, oder ber Zusatzvereinbarungen, kann das Risiko des Kredi-tes verringert werden. Diese Bonittsanalyse kann zum einen die Bank vornehmen, zum anderen eine externe Ratingagentur. Darber hinaus haben Kreditinstitute die Mglichkeit das Risiko ihres gesamten Kredit-portfolios zu steuern.

Es wurden die ursachen- und wirkungsbezogenen Strategien er-lutert, wobei der Risikotransfer vor dem Hintergrund der Finanzkrise genauer unter-sucht wurde. Securitization und Kreditderivate haben einen wesentlichen Anteil an den enormen Verlusten, denen sich die Banken ausgesetzt sehen. Die in diesem Kapitel dar-gestellten Produkte wurden vor dem Handel an den internationalen Kapitalmrkten von externen Ratingagenturen bewertet, um das jeweilige Risiko einzuschtzen und beprei-sen zu knnen.

Zum jetzigen Zeitpunkt ist deutlich, dass die Ratings dieser Produkte zu positiv waren, was die fhrenden Agenturen auch eingestanden haben. Die regulatorischen Instrumente und die Funk-tionen des Eigenkapitals werden ausfhrlich untersucht. Anschlieend wird die histori-sche Entwicklung der deutschen Bankenaufsicht dargestellt und auf einige der in praxi auftretenden Probleme hingewiesen.

An dieser Stelle sollen lediglich die Grundlagen des zweiten Baseler Akkords dargestellt werden, eine vollstndige Wieder-gabe aller darin enthaltener Vorschriften ist nicht zielfhrend und wrde den Rahmen der vorliegenden Arbeit sprengen. Den Schwerpunkt der Betrachtung bilden diejenigen Vorschriften, die fr das dargestellte Modell eines zentralisierten Ratings von Bedeu-tung sind. Dies ist insbesondere die erste Sule von Basel II mit seinen Mindestkapital-anforderungen und den darin beschriebenen Mglichkeiten zur Beurteilung der Kredit-risiken mittels externen oder internen Ratings.

Um einen umfassenden berblick ber die vom Baseler Komitee beschlossenen Vorschlge zu geben, werden auch die zweite und die dritte Sule kurz dargestellt. Eine Beurteilung der neuen Kapitaladquanzricht-linie seitens der Wirtschaft und insbesondere seitens der Wissenschaft wird in Kapitel 3. Aufs icht und Regul ierung von Banken und Rat ingagenturen 61trieblichen Risiken dargestellt. Es ist faktisch unmglich, eine Banktheorie zu beschrei-ben, ohne dabei die Bankenregulierung zu bercksichtigen.

Die generelle Rechtfertigung von Regulierungsmanahmen ist ein mgliches Marktver-sagen, das drei Grnde haben kann: Whrend auch Insolvenzen von Nicht-Finanzunternehmen negative externe Effekte hervorrufen, knnen Bankinsolvenzen mit der asymmetrischen Informationsver- Vgl. Aufs icht und Regul ierung von Banken und Rat ingagenturenteilung erklrt werden. Aufgrund dieser Besonderheit wird eine explizite Regulierung von Finanzintermediren abgeleitet.

Die Bereitstellung eines Sicherheitsnetzes kann zu exzessiver Risikobernahme seitens des Bankmanagements fhren, was weitere Regulierungsmanahmen notwendig macht. Sie verursacht direkte Kosten, wie Personalkosten fr die berwachungsbehrden und administrative Kosten fr die berwachten Kreditinstitute. Zustzlich entstehen indirekte Kosten in Form von mgli-chen Marktverzerrungen. Historisch betrachtet waren Vgl. Dennoch ist eine Unterscheidung zwischen Bank Runs, die eine einzelne Bank betreffen, und Bank Panics, die die gesamte Bankenlandschaft und damit auch das Zah-lungssystem betreffen, ausgesprochen wichtig.

Die herkmmliche Erklrung fr einen Bank Run liegt in einem rationalen Verhalten der Bankanleger begrndet. Erhalten Glubiger negative Informationen ber ihre Bank, oder sehen sie, dass groe Einlagebetrge abgezogen werden, frchten sie die Insolvenz der Bank.

Sie werden versuchen ihre Ansprche zu sichern, indem sie ihre Forderungen sofort abrufen. Durch den bermigen Abzug der Einlegergelder kommt es bei der entsprechenden Bank zu einem Liquidittsproblem, also einem negativen externen Ef-fekt, was wiederum zu einer hheren Insolvenzwahrscheinlichkeit des Instituts fhrt.

In der Kreditwirtschaft werden die negativen Reaktionen jedoch schneller als in anderen Wirtschaftssektoren auf andere Banken bertragen. Der Grund dafr ist die sogenannte Homogenittsannahme bei Finanzintermediren.

Bankanleger vermuten eine homogene Geschftspolitik und hnliche Risikostrukturen bei allen Ban-ken. Dies kann zu einem Windhundrennen der Glubiger um den schnellstmglichen Ab-zug ihrer Gelder fhren und ber einen Dominoeffekt die gesamte Kreditwirtschaft er- In den USA wurden 21 Bank Panics zwischen und beobachtet, whrend der Weltwirtschaft-krise in den Jahren bis waren es deren fnf; vgl.

Dies kann einerseits dazu fhren, dass Banken Opfer negativer Gerchte werden, andererseits bleiben riskante Positionen relativ lange unentdeckt; vgl. Aufs icht und Regul ierung von Banken und Rat ingagenturenfassen. Auch bei solventen Banken knnen somit Liquidittsprobleme auftreten, die im schlechtesten Fall zu einer Bankinsolvenz fhren.

Verschrft wird dieses Problem durch die enge Verknpfung von Zahlungsstrmen und Verpflichtungen der Banken unterein-ander.

Der Interbankenhandel fhrt bei Schwierigkeiten eines Instituts schnell zu Prob-lemen bei den jeweiligen Handelspartnern. Die Kreditwirtschaft unterliegt also in ho-hem Mae einem Systemrisiko, das mit einem groen ffentlichen Interesse an der Funktionsfhigkeit des Zahlungsverkehrs einhergeht. Bank A negative Nachricht Abbildung 7: Aufs icht und Regul ierung von Banken und Rat ingagenturen 65deutlich wurde.

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Arbeit kn-nen die Gesamtkosten noch nicht seris eingeschtzt werden. In einer unregulierten Kreditwirtschaft knnen Bankinsolvenzen sehr kostenintensiv werden, insbesondere fr Bankeinleger, Aktionre und andere Banken. Zustzlich kn-nen sich durch die Homogenittsannahme einzelne Bankinsolvenzen auf andere Banken bertragen und auch die Zahlungsfhigkeit von Nicht-Finanzunternehmen bedrohen. Prima facie erscheint die damit verbundene offizielle Begrndung fr Bankenregulie-rung durch die Regulierer selbst, nmlich Anlegerschutz und Sicherheit des Zahlungs-systems, sinnvoll.

Alle negativen externen Effekte ent-stehen in beiden Fllen. Dennoch existiert keine Regulierung hinsichtlich der Solvenz von Nicht-Finanzunternehmen.

Es stellt sich somit die Frage: Whats different about banks? Zweitens sollte das Bankmanagement kein Interesse daran besitzen, die eigene Bank in eine Insolvenz zu fhren, sofern von unehrlichem Verhalten abstrahiert wird. Wie lsst sich also rechtfertigen, dass die Mitarbeiter einer Regulierungs-institution, die a priori ber geringere Kompetenz und weniger Insiderinformati-onen verfgen und geringere Anreize als das Bankmanagement besitzen, ber Kapitaladquanzregeln fr Banken entscheiden? Beantwortet werden diese Fragen von den Autoren zum einen mit der Tatsache, dass Finanzintermedire eine Besonderheit aufweisen.

Aufs icht und Regul ierung von Banken und Rat ingagenturenKunden. Und diese weitgehend uninformierten und breit gestreuten Glubiger sind nicht in der Lage, die Ttigkeiten einer Bank zu berwachen. Die Autoren kommen zu der Erkenntnis, dass geschftsfhrende Gesellschafter eines Unternehmens aufgrund ihres begrenzten eigenen Risikos einen Anreiz besitzen, in Pro-jekte mit berhhtem Risiko zu investieren.

Im Erfolgsfalle werden hhere Gewinne erwirtschaftet, bei Misserfolg tragen den Groteil der Kosten die Fremdkapitalgeber. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Situationen konnte bei Kreditinstituten beobachtet werden, dass das Management exzessive Risiken einging, um die Bank wieder profita-bel zu machen. Dieses Verhalten wird in der wissenschaftlichen Literatur als gambling for resurrection bezeichnet, also das Spielen um die Wiederauferstehung.

Damit kommt sowohl der ungewisse Ausgang dieser Strategie als auch die fr den Geschfts-fhrer vorteilhafte Risikobegrenzung zum Ausdruck. Das Management handelte mit der Gewissheit, dass fr weitere potenzielle Verluste die Anleger bzw. Akerlof und Romer nennen dieses Vorgehen looting, also Plnderung. Insbesondere bei einer staatlichen Garantie fr die Verbindlichkeiten des Unternehmens tritt dieser Bankrott fr Profit auf.

Fr die Eigentmer kann sich die Plnderung als attraktiv erweisen. Da der Unternehmenswert einer Bank im Vergleich zu den in der Bilanz auf-gefhrten Aktiva gering ist, kann die Insolvenz bei Nicht-Haftung der Eigentmer profitabler sein als die Maximierung des Unternehmenswertes und stellt somit eine Handlungsoption zur Maximierung des Vermgens der Eigentmer dar.

Die Insolvenz-verluste tragen so nicht mehr die Eigentmer, sondern der Staat. Die geschftsfhrenden Bankeigentmer gewhrten Kredite an Bekannte, bei denen bekannt war, dass diese Kredite nicht zurckgezahlt werden mssen.

Im Voraus wurde also ab-gesprochen, dass eine offizielle Rckzahlung gar nicht beabsichtigt ist. Das Kapital floss anschlieend inoffiziell in das Privatvermgen der Manager zurck. Es findet eine Verschiebung von Anreizen statt, die sich nicht nur auf die Unternehmen beschrnkt, fr deren Verbindlichkeiten eine staatliche Garantie besteht. Die Plnderung von Unternehmensvermgen kann sich auch auf andere Mrkte Vgl.

Aufs icht und Regul ierung von Banken und Rat ingagenturenbertragen und zu einer konomischen Unterwelt mit insgesamt falschen Anreizstruk-turen fhren. Kapitaladquanzvorschriften knnen dazu beitragen, die Vermgensbertragung aus dem Unternehmens- in das Privatvermgen zu limitieren.

Aufgrund von Bilanzierungsspielrumen gelingt es den Eigentmern dennoch hufig, ihren Unternehmen Finanzmittel zu entziehen. Dazu wurden zunchst Kredite aufgenommen, die das Management zum Kauf insolventer Banken verwendete.

Diese kreditfinanzierten bernahmen ohne echte Gegenleistung waren zwar aus Sicht der Unternehmenswertmaximierung wenig sinnvoll, zum Zwecke der Plnderung jedoch bestens geeignet. Bilanziell konnten die zustzlichen Verbind-lichkeiten als Firmen- bzw. Geschftswert ber 40 Jahre abgeschrieben werden.

Die Differenz aus Nominal- und Marktwert der ausstehenden Hypotheken durfte ber deren Laufzeit als Gewinn ausgewiesen werden. Die Ausschttungsmglichkeiten fr das Kuferunternehmen erhhten sich durch die bernahmen insolventer Firmen enorm. In diesen Fllen vergab die Bank Kredite an Projektentwickler, ohne dass ein erfolgreicher Projektabschluss berhaupt beabsichtigt war. Aufgrund dieses hohen Zinssatzes konnte der Marktwert des Kredits bilanziell hoch angesetzt werden und die Eigenkapitalvorschriften deutlich bererfllen.

Auch dies fhrte zu einer Erhhung der Ausschttungsmglichkeiten fr die kreditgebende Bank. Wenn der Kredit nach einigen Jahren dann endgltig ausfiel, wurde jedoch den Anteils-eignern der Bank und den Projektentwicklern kein direkter Schaden zugefgt. Aufs icht und Regul ierung von Banken und Rat ingagenturen 69chenden Anreiz darstellt, eine an der Steigerung des Unternehmenswertes ausgerichtete Strategie zu verfolgen.

Die spezifischen Charakteristika sind die Transformationsfunktionen der Banken, die Teilnahme am Zahlungssystem und die im Vergleich zu anderen Branchen geringe Eigenkapitalquote von Kreditinstituten. Zu den unterschiedlichen Arten der Regulierung zhlen die Einlagensicherung, die Liquidittsbereitstellung und weitere, besondere An-forderungen. Diese Besonderheiten des Bankgeschfts begrnden nach Ansicht der Autoren jedoch nicht die tatschlich beobachtbare Form der Regulierung.

So machen sich auch viele Nicht-Finanzinstitutionen die Transformationsfunktion zu Nutze, indem sie z. Eine generelle Re-gulierung von Industrieunternehmen wird dennoch nicht diskutiert.

Um gnstigere Finanzierungskonditionen zu erhalten knnten Banken nmlich auch ohne Regulierung ihre Eigenkapitalquote erhhen, die Hhe des Leverage ist endogen. Obwohl Anleger ihre Einlagen mit Versicherungen aus dem privaten Sektor absichern knnten, garantiert diese privatwirt-schaftliche Form der Absicherung bei groen makrokonomischen Schocks die Forde-rungen der Einleger nicht.

Der Staat kann jedoch in solchen Fllen eine Einlagensiche-rung bereitstellen, die ber Steuern oder staatliche Verschuldung finanziert wird. Da Banken, wie andere Unternehmen auch, den Gefahren von Adverse Selection und Moral Hazardausgesetzt sind, mssen Anleger, um die Si-cherheit ihrer Einlagen ohne bestehende staatliche Regulierung zu gewhrleisten, eine Vielzahl an berwachungsaufgaben wahrnehmen. Dies ist komplex, teuer und zeit-aufwndig.

Zudem unterlge die berwachung einer Bank einem natrlichen Monopol, ihre Ausfhrung durch mehrere Anleger wrde zur Duplizierung der Arbeiten fhren und wre somit ineffizient.

Diesen fehlt zum Die Autoren messen dem Schutz des Zahlungssystems und der damit verbundenen Liquidittsbereit-stellung durch Banken und Zentralbanken, hohe Bedeutung bei. Auch eines der Hauptziele der Deut-schen Bundesbank ist ein stabiles Bankensystem; vgl. Screening, Auditing, Covenant Writing, Intervention; vgl.

Aufs icht und Regul ierung von Banken und Rat ingagenturen 71einen das notwendige Wissen zur bernahme der berwachungsaufgaben, zum anderen fehlen fr den einzelnen Anleger die individuellen Anreize, diese Aktivitten fr alle anderen Anleger durchzufhren. Es existiert also eine Trittbrettfahrer-Problematik Free Riding. Die Reprsentationshypothese stellt die Frage, welche Art von Kontrolle die Kleinanleger anwenden wrden, wenn sie gut informiert und vollstndig koordiniert wren.

Der Grund fr diesen Interessenkonflikt ist, dass die Gewinne aus dem Erfolg einer risikobehafteten Strategie hauptschlich den Eigentmern, in diesem Beispiel gleichzeitig dem Management, zuflieen. Die Verluste hingegen werden zum grten Teil von den Einlegern getragen. Da die Einleger auf-grund ihres mangelnden Wissens das Bankmanagement nicht effektiv kontrollieren knnen, mssen ihre Interessen durch eine andere Institution vertreten werden.

Diese Institution kann entweder eine ffentliche Aufsichtsbehrde sein, die den Nutzen der Einleger maximiert, oder eine Einlagenversicherung, die die Versicherungskosten mi-nimiert.

Aufs icht und Regul ierung von Banken und Rat ingagenturenEin weiteres Beispiel fr einen Interessenkonflikt ergibt sich bei einer groen Bank mit breit gestreuter Eigentmerbasis. Hier liegt der vorrangige Konflikt in dem Verhltnis des Bankmanagements zu den Aktienbesitzern und Einlegern. Diese Kompensationselemente knnen bestehen aus exklusiver Broausstattung, berdimen-sionierten Computern oder auch der Prferenz fr Entscheidungen, die aus persnlichen und nicht aus konomischen Grnden getroffen werden.

Dazu kann der Verzicht auf die Suche und Identifikation neuer, erfolgversprechender Projekte gehren, da ein hoher persnlicher Aufwand in Form von zeitintensivem Management oder dem Erlernen neuer Techniken damit verbunden ist. Dieses Verhalten ist darauf zurckzufhren, dass der Konsum am Arbeitsplatz nicht vollstndig dem Management angelastet wird, son-dern lediglich in Hhe des Eigenkapitalanteils der Geschftsfhrung.

Die anderen Ei-genkapitalgeber tragen die verbleibenden Kosten. Damit wird die Insolvenzwahrschein-lichkeit der Bank und auch die Wahrscheinlichkeit des Verlustes der Bankguthaben der Einleger erhht. In der Praxis sind perfekte Vertrge nicht existent. Die bisher dargestellte Argu-mentation begrndet jedoch nicht hinreichend, warum die Einleger von Bankguthaben eines besonderen Schutzes durch Regulierung bedrfen, whrend fr die Inhaber ande-rer Finanzprodukte, z.

Aktien oder Anleihen, weniger strikte Schutzmechanismen Vgl. Aufs icht und Regul ierung von Banken und Rat ingagenturen 73ausreichen. Da die meisten Anleihen von groen, gut kapitalisierten Unternehmen emittiert werden, sind sie relativ sicher. Aktien werden, im Gegensatz zu Anleihen, von den Autoren als riskant angesehen. Die daher notwendige Reprsentation der Kleinanleger findet jedoch bereits durch private Gruppierungen statt.

Im angelschsischen Raum werden die Kleinaktionre reprsen-tiert durch groe Anteilseigner, dem Aufsichtsrat Board of Directors und potenziellen Aufkufern des Unternehmens Raiders. Sie tendieren zu risikoaversen Ent-scheidungen seitens der Manager.

Es ist also angebracht, den Aktienbesitzern Kontroll-rechte einzurumen, wenn sich das Unternehmen gut entwickelt. Im Falle einer schlech-ten Performance oder Insolvenz sollten die Kontrollrechte bei den Fremdkapitalgebern liegen. Diese sind nicht in der Lage, das Bankmanagement zu berwachen. Als weitere Reprsentanten der Kleinanleger sind die Deutsche Schutzge-meinschaft der Kleinaktionre e. SdK und die Deutsche Schutzvereinigung fr Wertpapierbesitz e. Aufs icht und Regul ierung von Banken und Rat ingagenturenEine Aufsicht muss daher die Kleinanleger reprsentieren und deren Interessen wahren.

Solvabilittsregeln spezifizieren die Bedingungen, unter denen die Aktienbesitzer die Kontrolle ber die Bank ausben und wann die Aufsicht als Reprsentant der Kleinan-leger deren Interessen wahrnimmt. Schutzmechanismen bei Aktien- bzw. Anleiheinvestments die Anlage in Bankguthaben dominieren. Vereinfacht dargestellt investieren Nicht-Finanzunternehmen in industrielle und kommerzielle Projekte und berwachen diese. Die Finanzintermedire whlen Firmen aus der Realwirtschaft fr ihre Investitionen aus und fhren deren berwachung durch.

Damit stellt sich ein generelles Gleichgewicht auf dem Finanzsektor und der Realwirt-schaft ein. Sie tendieren zu relativ sicheren Bankeinlagen, die im Bedarfsfall ohne greren Verlust liquidierbar sind.

Haushalte sollten die Wahl haben, zwischen nicht, nur leicht regulierten oder stark regulierten Finanzangeboten, sofern sie auf die Risiken hingewiesen werden und Mindeststandards fr die Offenlegungs- und berwachungs-pflichten der Dienstleister bestehen. Auch bei geringer Regulierung ist der Staat die letzte Aufsichts- und Regulierungsinstanz.

Einerseits mssen Kleinanleger vor falschen Versprechungen, wie Einlagensicherheit bei riskanten Geschften oder schlecht kapita-lisierten Versicherern, geschtzt werden. Zustzlich knnen wenig riskante Forderungen das Zahlungs-system verbessern, da die Kosten zur Einschtzung des tatschlichen Risikos verringert werden.

Auch die Steuersysteme einiger Lnder frdern die Anlage in festverzinsliche Wertpapiere; vgl. Fr die Frage der Regulierung von Finanzintermediren wird zunchst das Risiko der Forderungen betrachtet. Anschlieend werden Art und Streuung der Forderungsinhaber untersucht und nach der Existenz oder dem Fehlen privater Reprsentanten unterschie-den. Bei Forderungen mit geringem Risiko, wie z. Geldmarktfonds, ist keine oder nur eine geringe Regulierung notwendig, die sich auf Offenlegungspflichten und die Ver-hinderung von Betrug beschrnkt.

Die Kontrolle und Disziplinierung des Managements ist dadurch gewhrleistet, dass die Anleger ihre Anteile verkaufen knnen. Der Reputationsmechanismus sorgt dafr, dass sich das Fondsmanagement im Interesse der Anteilseigner verhlt.

Voraussetzung ist in diesem Fall jedoch, dass die Anteilswerte kontinuierlich berechnet werden und die Wertpapiere eine hohe Fungibilitt besitzen. Diese Anleger verfgen ber die erforderliche Gre und das notwendige Fachwissen, um ihre Interessen wirksam durchzusetzen. Riskante Forde-rungen, die von Kleinanlegern gehalten werden, begrnden keine Regulierung, sofern sie wirksam von privaten Reprsentanten berwacht werden. Dazu zhlen die obigen Beispiele, wie Aufsichtsrat, groe Investoren etc.

Demgegen-ber steht voice fr Interventionen und sinnvolle Vertragsgestaltung zur Kontrolle des Manage-ments durch die Anleger; vgl. Geldmarktfonds, hoch geratete Anleihen keine Regulierung z. Bankguthaben institutioneller Inves-toren Forderung gehalten von informierten, koordinierten Inhabern Forderung gehalten von gestreuten, ggf. Invest-mentfonds keine Regu-lierung z. Aktien-anlage keine oder par-tielle Versiche-rung Risiko sehr kos-tenintensivRisiko moderat kostenintensivVersicherung z.

Groteil der Bankeinlagen Abbildung 8: Reprsentationshypothese Kapite l 3: Werden die Ausfallrisiken einer Forderung als hoch eingeschtzt, sollte eine Form von Versicherung diese Risiken abdecken. Das kann man auf morgen verschieben. Fast die Hlfte aller Whler, die 60 und lter sind, hat fr die Unionsparteien gestimmt Strandszene auf der Insel Usedom. Zu Beginn fragt erganz freundlich in den Hrsaal: Wer vonIhnen kommt aus Mnchen und Umge-bung? Viele Hnde werden brav in dieLuft gestreckt, sehr viele.

Es mgen dieHlfte bis zwei Drittel der anwesenden Stu-dierenden sein. Und dann sagt der Professor: Demnchst mchte ich Sie hiernicht mehr sehen. Man muss doch irgendwann malraus! Wasmich strt, das ist diese Saturiertheit, dieeinem hier oft schon im ersten Semesterentgegenschlgt. In Mnchen bleibennicht wenige, die an die Uni gehen, erstmal daheim. Der Juraprofessor nennt dasseine Speckgrtel-Klientel.

Aber was ist so schlimm daran, wenndie jungen Leute einfach die Universittvor ihrer Haustr ansteuern, noch dazu,wenn es eine gute, groe Universitt istwie in Mnchen? Die allgemein fehlendeLebensneugier, sagt Thomas Acker-mann: Die sitzen da alle mit ihrem Apple-MacBook, stecken in ihren alten Cliquenund sind sehr komfortorientiert. Seit er vor ein paar Jahren nach Mn-chen kam, pldiert der Mann beharrlichdafr, dass die Studierenden man sagtheute Studierende, nicht Studenten,weil es geschlechtsneutral ist , dass alsodie Studierenden etwas anderes als ihreHeimat zu sehen bekommen, dass sieunbedingt Erfahrungen im auerbayeri-schen Ausland sammeln sollen.

Ich binhier inzwischen schon bekannt fr meineKampagne. Horizonterweite-rung fr erdverbundene Schnseljuristen. Studieren was ist das eigentlich noch freine Lebensform? In Bayern sind es 28 Prozent, undzum Beginn des Studiums, in den erstenzwei Semestern, sind es bundesweit sogarein Drittel, 32 Prozent. Ein Abenteu-er der Selbstfindung und der Wander-schaft? Und warum muss ein Professor frdiese Idee der Freiheit und des Erwachsen-werdens heute Werbung machen? Sehr viel hat sich verndert an der Uniin den vergangenen zehn, fnfzehn Jah-ren.

Die heute Jhrigen haben noch, insehr vielen Fchern jedenfalls, vllig an-ders studiert, als es jetzt blich ist. Das Studi-um ist straff strukturiert und getaktet, esbesteht aus Modulen mit stndigen Pr-fungen, fr die man Kreditpunkte sam-melt. Herumlungern und Ausprobieren istnicht mehr. Wer in einer Studentenstadtjemanden sieht, der auf einer Parkbankliegt und einen Roman liest, der denkt heu-te: Oh, der ist wohl eher faul, auf jeden Fallist er nicht effizient.

Msste er nicht lieberein Praktikum machen? Der gnntsich wohl mal eine kleine Pause von demganzen Stress. Frher dachte man einfach: Auerdem ist das Studium seit denSiebzigerjahren kontinuierlich von einerEliten- zu einer Massenveranstaltung ge-worden.

Die Veranstaltung heit Bildungs-expansion. Fast die Hlfte eines Jahrgangsstudiert inzwischen. Im Jahr waren esin Westdeutschland noch zwlf Prozentdes Jahrgangs. So ist ein neues soziales Gefge entstan-den. Schon deshalb bleiben viele erst malbei den Eltern wohnen, weil sie aus einfa-cheren Verhltnissen kommen als die fr-heren Akademiker und weil sie sich einStudium nur nah am Wohnort leisten kn-nen.

Der Fall der Mnchner Wohlstands-Daheimwohner zeigt allerdings: Es sindkeineswegs immer nur soziale, finanzielleGrnde, die die geografische und damitauch oft die geistige Mobilitt einschrn-ken. In Mnchen verweisen zwar viele aufdie horrenden Immobilienpreise und inder Tat ist es, zumal fr Zugereiste, inzwi-schen schwierig, hier eine vernnftige Blei-be inmitten des Investorenbooms und derPremium-Residenzen zu finden.

Aber daswre doch eigentlich weniger ein Argu-ment dafr, im Hotel Mama zu verharren,als dafr, es mal ganz woanders zu versu-chen. Warum nicht mal von zu Hause weg-ziehen? Zum Beispiel nach Greifswald. Eine Reise durch die akademische Repu-blik: Der einzige durchgehende Zug vonMnchen nach Greifswald braucht neun-einhalb Stunden.

Wenn man dann mal daist, fhlt man sich aber sehr bald angekom-men, das sagen alle, die hier landen. Der ro-te Backstein, die grnen Kupferdcher. Die Schiffe,das Licht, die Mwen, die ber den kleinenHandwerks- und Fischerhusern undber den groen Kaufmannshusern krei-sen. Eine hbsche, berschaubare Provinz-stadt mit 60 Einwohnern. Und dochist die Atmosphre alles andere als piefig,wegen der Uni, wegen des Klinikums, we-gen des hochkartigen Programms amAlfried-Krupp-Wissenschaftskolleg.

Derkrzlich verstorbene Industrielle und M-zen Berthold Beitz hat das Kolleg hier hin-gesetzt, weil er aus der Gegend stammteund in Greifswald zur Schule gegangenwar. Zwei Drittel der 12 Studierendenin Greifswald kommen aus anderen Bun-deslndern. Viele haben eine lange Anrei-se, aber in Greifswald haben sie kurze We-ge.

Mehr Gemeinschaft, mehr Diversitt,mehr Kontakt zu den Lehrenden als an-derswo. Im Institut fr Deutsche Philologie inGreifswald haben sie das vielleicht sau-berste und schnste Studentenklo im gan-zen Land. Sie haben aber auch den Germa-nisten Eckhard Schumacher. Schumacherknnte man den Pop-Professor nennen.

Erbeschftigt sich mit der gegenwrtigstenGegenwartsliteratur, mit Christian Krachtoder Moritz von Uslar, mitunter auch mitTechno oder mit Helge Schneider.

Abends gibt es dann eine Le-sung mit anschlieender Party und ge-meinsamem Plattenauflegen im Klub. Dass Eckhard Schumacher der Pop-Pro-fessor ist, heit nicht, dass er ein aufflligexaltierter Typ wre, er ist eigentlich ziem-lich solide, seris und normal. Es heitauch nicht, dass alle wegen seiner Themenzu ihm pilgern wrden. Auch das ist an-ders geworden am Studieren: Kaum einerlsst sich von bestimmten Schwerpunktenoder akademischen Persnlichkeiten ir-gendwohin locken.

In Kln und Mnchen da hat er vorher unterrichtet gab es dasschon noch mal, dass ich ,Fans hatte, er-zhlt er. Ganz gelegentlich kommt dashier auch vor, aber die meisten nehmenheute einfach, was kommt. Ein groer Teilder Studierenden sitzt da, weil der Stun-denplan es vorgibt und weil die Uhrzeit inihr Schema hineinpasst.

An manchen Uni-versitten sind es bereits Computerpro-gramme, die bestimmen, welcher Studentauf welches Seminar verteilt wird. Es gelingt ihm schon, sieneugierig zu machen, zu berraschen, zupacken.

Die strzen sich dann in den Stoffhinein, und das sind oft sehr gute Erfah-rungen. Aber sie bringen auch viel weni-ger Interesse und Kenntnisse mit. Und sieerwarten dafr viel mehr Orientierung. Siewollen sich nicht treiben lassen, sie wollenkeine Nebenwege gehen und sie knnen esauch gar nicht mehr. Als ich Mitte derAchtziger in Bielefeld anfing, sagt Eck-hard Schumacher, musste man sich erstmal selber zurechtfinden und sich seinenStudiengang basteln.

Das macht jetzt kaum noch ein Student,dafr gibt es nmlich keine Punkte. Statt-dessen geht es gleich von Anfang an schonum die Ergebnisse, um die Berufsziele, dieAnwendung, das Geldverdienen. In denKpfen, und oft auch in den Studiengn-gen. Die Folge ist, dass wir sagen: HaltenSie sich mglichst an den Plan, auch wennwir das persnlich nicht so gut finden. Aber auch der Professor mit den coolenThemen warnt: Wer dieses Studium wirk-lich ernst nimmt, der erwirbt wichtige F-higkeiten fr allerlei Berufe.

Zu frh aufdie Anwendung zu schielen, ist dagegeneher hinderlich. Wenn die Studierenden jetzt immerschon so weit nach vorne schauen, insArbeitsleben; wenn sie oft schon whrenddes Studiums damit in Berhrung kom-men, weil sie Praktika absolvieren, weil siees fr den Lebensunterhalt brauchen oderweil sie sich einen wachsenden Lebens-standard finanzieren wollen: Nmlich in Richtung ihrer Herkunft und ih-rer Familie.

Selbst in Greifswald, wo ja vie-le durch ihr Hiersein schon den Willen zurMobilitt und Selbstndigkeit beweisen,sprt man diese Macht des Rckspiegels. Der Kontakt zu den Eltern ist schon engerals frher, sagt Eckhard Schumacher. Nicht selten kommt es vor, dass ein Stu-dent zwar in Greifswald ein Zimmer hat,aber in den Semesterferien dann wiederzwei Monate bei seinen Eltern wohnt. Daskannte ich frher nicht so. Er hadert gar nichtbesonders mit den Umstnden. Mit denLehr- und Forschungsbedingungen inGreifswald ist Schumacher insgesamtsehr zufrieden, und auch die Stadt sagtihm er war vorher sieben Jahre inMnchen sehr zu.

Und was sagen die Studierenden selbst? Erst einmal sind die fnfsehr unterschiedlich, wie alle Menschen. Gott sei Dank, bei all den Klagen ber dieStromlinienfrmigkeit der sogenanntenjungen Generation.

Die eine lernt besser inder Bibliothek, ihre Freundin lieber zu Hau-se. Der eine wohnt gerne in einer zusam-mengewrfelten WG mit Putzplan, seinKommilitone lieber alleine, eine Greifswal-derin noch bei ihren Eltern. Aber wennman mit ihnen lnger spricht, schlt sichdoch heraus, wie das Studieren heuteinsgesamt mit neuen Prioritten, neuen Le-bensweisen einhergeht. Die Berufsfrage,die Was-willst-du-damit-Frage sitzt allenschon bei der Studienwahl, aber auch imStudium selbst permanent im Nacken,vom ersten Tag an.

Obwohl das einer in derRunde auch kritisiert. Ein Lehramtsstudent, aufgewachsen inder Nhe von Leipzig, erzhlt, er habe imLaufe des Studiums noch ohne Module sehr wohl nach links und rechts ge-schaut: Und es hat mir nicht geschadet.

Eine Bachelorstudentin, Skandinavistikund Wirtschaft, kontert: Genau dafr ha-ben wir keine Zeit. Sie erzhlt vom Druck,von Klausuren, von Stress. Einfach malwas lesen, was einem gefllt, das kannman vergessen. Sie sind bei vielen, diestudieren, nher gerckt. Ein Sohn trki-scher Einwanderer, der Deutsch und Philo-sophie auf Lehramt studiert, wollte selbstunbedingt mal aus Berlin raus, die Elternhaben ihn nur schweren Herzens ziehenlassen. Seine erste Wohnung in Greifswaldhat er gefunden, indem sein Vater denBesitzer eines rtlichen Dnerladens an-sprach.

Auch wenn er sehr selbstbewusstund lssig mit dem Anspruch seiner Elternumgeht: Seine Mutter kommt manchmalunangekndigt nach Greifswald, um nachdem Rechten zu sehen, und mit seinem Va-ter telefoniert er jeden Tag. Aber ich rufeihn an! Als er ein Auslandssemester mach-te, musste er mit den Eltern skypen. Manche Eltern helfenbei Hausarbeiten, manche beim Besorgenvon Praktikumspltzen. Einer erzhlt voneiner frheren Mitbewohnerin: Die wur-de als Studentin permanent bemuttert. Stndig kamen irgendwelche Pakete mitEssen, die Eltern holten die Tochter in denletzten Uniwochen ab und kamen auchwhrend des Semesters.

Sie waren omni-prsent und haben mindestens einmal amTag mit ihr telefoniert. Hotels in Studentenstdten, ob in Pas-sau oder in Gttingen, bieten inzwischenPaketangebote fr Studenteneltern an.

Keineswegs alle Eltern verhalten sich soklammernd, sagt Jana Kolbe. Oft ist dasVerhltnis der Generationen jetzt einfachpartnerschaftlicher, sodass die Shne undTchter freiwillig mehr Nhe pflegen und nicht mehr so schnell wie mglich vonden Alten abhauen wollen. Aber durchden Leistungsdruck, der auch die Organi-sation des Studiums prgt, haben viele El-tern sehr hohe Erwartungen an ihre Kin-der.

Und manche bertreiben es. Jana Kolbe erzhlt von Info-Tagen frAbiturienten: Da kommen auch vieleEltern mit. Oft fragt da nicht der Schler,sondern die Eltern stellen alle Fragen, undder angehende Student steht eingeschch-tert daneben.

Parallel dazu steigen die Ansprche: WGs sind beliebt, aber es gibt auch im-mer mehr Studierende, die ihr eigenes Badhaben wollen. Darauf reagieren die priva-ten Apartment-Anlagen, die berall ausdem Boden sprieen. Die studentischeWohnform zur Untermiete ist dagegenausgestorben. Da ist etwas in Bewegung. Wie aberlsst sich die neue studentische Lebens-form auf den Begriff bringen? Heuss-Allee, eineVilla im alten Bonner Regierungsviertel.

Im Erdgeschoss wird die Bibliothek desverstorbenen Ralf Dahrendorf verwahrt,der so etwas wie ein Urahn der Bildungsex-pansion in der alten Bundesrepublik war. Auch im Rheinland woh-nen heute nicht wenige Studierende bei ih-ren Eltern oder nah am Elternhaus. EinBonner Student erzhlt von den neuen ,jhrigen Anfngern sie sind so jungwegen des achtjhrigen Gymnasiums undweil die Bundeswehr- und Zivildienst-Zeitweggefallen ist. Bei der ,Rallye fr Erstis,die Erstsemester, mssen wir die als Ers-tes fragen, ob sie berhaupt Alkohol trin-ken drfen.

Man tritt kaum in sein Bro, da sprichtRudolf Stichweh schon von dramatischenUmbrchen in der jngsten Zeit. Im altenModell sei das Studium eine vllig distink-te Lebensphase gewesen. Es gab die kls-terlich-kommunitarische Variante, etwain Oxford und Cambridge, und die Varian-te der akademischen Freiheit in Konti-nentaleuropa, die individuelle Bildungser-lebnisse, aber auch Libertinage und ber-die-Strnge-Schlagen bedeutete. BeideFormen hatten gemeinsam, dass das stu-dentische Leben fr ein paar Jahre scharfvom Familienleben davor und von der be-ruflich-brgerlichen Existenz danach ab-getrennt wurde.

Die Studenten, die im-mer auch Migranten fern von den Elternwaren, lebten frher viel rmer, aber ihreStatuspassage diente der Formung einerElite. Was wir heute erleben, ist etwasganz anderes: Ein relativ bruchloser ber-gang von der Schule zur Uni, ein Massen-studium, eine Parallelitt von Studienein-tritt und Eintritt ins Berufsleben, das Studi-um als antizipierte Einkommenschance,kurzum: Aber ist das nicht schlimm?

Rudolf Stichweh zgert kurz. Als Lehren-der, als Gelehrter leidet er durchaus an derVerschulung, an den permanenten Prfun-gen, an der Bravheit, an der Verengung desInteresses. Sein Studium war nicht so. Aber als Beobachter der Gesellschaft siehter es anders: Der Mix aus Wissen undNichtwissen, den frher wenige Akademi-ker hatten, erreicht jetzt einen viel gre-ren Teil der Bevlkerung. Viel mehr Men-schen kommen mit Wissenschaft in Kon-takt. Wohngemeinschaften sind nochbeliebt bei einigen, aberZur Untermiete ist ausgestorbenIch will zu meiner MamaDas Studium, war das nicht Abenteuer und Abschied von zu Hause?

Ab und zu helfen sie auchbei Referaten und HausarbeitenAchtjhriges Gymnasium, keineWehrpflicht heute beginnt dasStudium schon mit 17 oder 18Herumlungern und Ausprobierenist nicht mehr.

November HF2 3Man muss doch irgendwann mal raus! Jeder dritte Studienanfnger in Deutschland wohnt noch bei den Eltern. Jenach Reaktortyp sind sie un-terschiedlich aufgebaut. Sieknnen zum Beispiel kugelfr-mig sein, aber bei den in Deutschland ver-breiteten Druckwasserreaktoren sind esBndel von mehreren Hundert dnnen St-ben, je knapp einen Zentimeter breit undetwa vier Meter lang.

Die Brennelementein Siedewasserreaktoren wie denen imKernkraftwerk Fukushima oder auch imdeutschen Kraftwerk Gundremmingensind hnlich aufgebaut, enthalten aber we-niger Stbe.

Die wiederum enthalten denBrennstoff in kleinen Kapseln, meist ange-reichertes Uran, in Fukushima zum Teil ge-mischt mit Plutonium. Im Innern der St-be luft eine Kettenreaktion ab: Uran-Ker-ne werden gespalten und senden dabeiNeutronen aus, die weitere Kerne spalten.

Dabei entsteht Wrme; das Wasser wird er-hitzt, das die Brennstbe umsplt. DerDampf treibt die Turbine an und erzeugtso den Strom. Die Kettenreaktion wird mitSteuerstben kontrolliert, die zwischenden Brennelementen hoch- und runterge-fahren werden knnen. Verbrauchte Brenn-elemente mssen regelmig entferntund durch neue ersetzt werden, normaler-weise eine Routinearbeit.

Die jetzt begon-nene Bergung der Brennelemente in derKraftwerksruine von Fukushima, die min-destens zum Teil schwer beschdigt sind,ist weit heikler eine Operation am offe-nen Reaktorherzen.

Die diplomatischeDistanz zwischen Grobritannien undvielen seiner frheren Kolonien sollteheutzutage ein Anreiz sein, aufrichtigmiteinander zu reden, statt schwierigenThemen auszuweichen. Dies muss sein,wenn die Organisation berleben soll. Der Bruch lutet den Beginn der Nach-Berlusconi-ra ein. Waser dabei frchtet, ist nicht blo der Ver-lust seines Sitzes, sondern die Aufhebungder parlamentarischen Immunitt.

Diesist eine kalte Dusche fr die Regierungvon Ministerprsident Rajoy. Die Realittauf der Strae steht in scharfem Gegen-satz zum Optimismus, den die Regierungund die groen Konzerne verbreiten. Halbe Landeskabinettesitzen in Berlin, statt ihre Arbeit zu Hausezu machen bisher allerdings ohne rech-ten Erfolg. Schon jetzt ist klar, dass die Koa-litionre in spe, so sie denn berhaupt zu-sammenfinden, einen neuen Rekord auf-stellen werden.

Noch nie in der Nachkriegs-geschichte hat eine Regierungsbildung solange gedauert wie diese. Das liee sich ver-schmerzen, wenn das Ergebnis dafr stn-de. Doch bisher scheint die groe Koalitioneher ein Bndnis der kleinen Geister zuwerden.

Dieschwierigen Fragen sind immer noch nichtgelst. Die wenigen Kompromisse gehenmeistens zulasten Dritter. Viele Einigun-gen sind eher weie Salbe als wirksame Me-dizin. Achtmal hat sich die Familienarbeits-gruppe getroffen, oft bis Mitternacht ge-tagt.

Beides kostet dieRegierung nichts, den Aufwand haben dieBetriebe. Und beides bringt den Frauen we-nig. Die feste Quote soll nur fr die Auf-sichtsrte von Unternehmen gelten. Die berwltigende Mehrheit der Betriebeist davon gar nicht betroffen. Und selbst inden wenigen Unternehmen, die unter dieQuote fallen, hilft diese jeweils nur zwei,drei Frauen an die Spitze.

Auch das Gesetzzur Entgeltgleichheit wird in der Praxisviel weniger bringen als es verspricht. Umso erstaunlicher ist das Auftretenvon Manuela Schwesig. Von ihrer Unionskolle-gin Annette Widmann-Mauz ist dagegenkaum etwas zu sehen.

Eigentlichmsste die Union triumphieren. Doch dieCDU scheint vergessen zu haben, dass manErfolge auch verkaufen muss. Annette Wid-mann-Mauz ist da kein Einzelfall. Auch dieAuftritte von Hermann Grhe sind von ei-ner zurckhaltenden Sanftheit, die fr ei-nen Generalsekretr rufschdigend ist. Vielleicht ndert sich das Bild ja noch. Union und SPD wollen noch eine Wocheverhandeln. Irgendwann wird auch AngelaMerkel nicht mehr abwarten knnen undentscheiden mssen.

Einen Eindruck wirdaber auch sie nicht mehr wettmachen kn-nen: Dem Anfang dieser Koalition wohntkein Zauber inne. KeinTag vergeht, da in Paris nicht ir-gendwer gegen ihn protestiert. Acht vonzehn Franzosen zeigen sich abweisend ge-genber ihrem Prsidenten. Das mag erkl-ren, warum Hollande ein Mann mit noto-rischem Hang zur Harmonie sich nachFreundlichkeiten in der Fremde sehnt. Der Westen hofft dabei auf einenDurchbruch: Teheran unterwirft sein su-spektes Atomprogramm samt Zentrifugenund angereichertem Uran internationalenKontrollen, im Gegenzug beenden Europaund Amerika ihre Sanktionen, die IransWirtschaft erdrosseln.

Das Tauschgeschft soll in zwei Etap-pen ablaufen: Zunchst wrde ein sechs-monatiges Interimsabkommen verein-bart, ehe nchstes Jahr dann ein dauerhaf-ter Vertrag besiegelt wrde. Vor zehn Tagen war eine Einigung ge-scheitert, weil die westliche Forderungnach harten Garantien fr die iranische De-nuklearisierung ber das hinausgegangenwar, was Teherans Unterhndler gemden Weisungen ihrer religisen Fhrer kon-zedieren durften.

Auch Frank-reich hatte damals in Genf gebockt. Auen-minister Laurent Fabius geielte als zunachgiebiges Stckwerk, was zuvor ameri-kanische und iranische Experten untersich und also ohne London, Berlin und Pa-ris ausgefeilscht hatten. Barack Obamas Emissre waren sauer,nannten Fabius einen eitlen Wichtigtuer. Voil, da war er wieder der alte, allen vor-an in Washington und Berlin kultivierteVerdacht, die Grande Nation wolle sich auf-plustern, eine Machtrolle ausfllen, die sielngst verloren hat.

Wird Frankreichnun wieder den Spielverderber geben? Ausgeschlossen ist es nicht aber un-wahrscheinlich. Zwar hat Hollandes strik-ter Kurs einen harten Kern: Frankreichfhlt sich als Verknder der Menschen-rechte und traditioneller Mitautor des Vl-kerrechts mehr als andere Nationen demRespekt vor internationalen Normen ver-pflichtet.

Deshalb blies Nicolas Sarkozy lau-ter als andere zum Angriff auf das Gaddafi-Regime in Libyen, deshalb marschierteHollande vorneweg, als er im Sommer dassyrische Blutregime wegen des Einsatzesvon Chemiewaffen abstrafen wollte. Nur, trotz dieser ehrenwerten Prinzipi-entreue kennen der Prsident und Frank-reichs auenpolitische Elite sehr wohl ihreengen Grenzen. Ohne Amerika lsst sichweder Syrien retten noch der Iran beugen. Kein gallischer Hahn, so spottet der Figaro,knne sich wie ein Falke auffhren.

Nein, Hollande, dieser fahle Prsident,wollte nur ein wenig blenden. All die Forde-rungen, die er in Jerusalem als Bedingungfr ein Abkommen mit Iran verkndete,sind Teil jenes noch geheimen Verhand-lungspapiers, das Europa und Amerikaden Iranern am Mittwoch prsentierenwerden.

Das wei auch der Prsident. Wes-halb er ahnt, dass ihm zweierlei Unbilldroht: Entweder scheitern die Verhandlun-gen, weil der Iran nicht nachgibt. Das wreschlecht fr die Welt. Oder Netanjahu kn-digt ihm, als Gegner jedweden Kompromis-ses, nach kurzer Liebe die Freundschaftwieder auf.

Dann wre der Prsident wie-der da, wo er herkam einsam in Paris. Zunchst ein persnlicher Be-richt zum Stand der DeutschenEinheit, zusammengetragen invielen Begegnungen im Som-mer Man hatte ein paarJahre in Bayern gelebt und gearbeitet,war dann zurck in den Osten gegangen,nach Sachsen. Man vereinbarte also einpaar Treffen mit Leuten aus Politik undWirtschaft und musste feststellen, dassdiese Treffen fast immer mit demselbenDreisatz begannen. Erst kam die Begr-ung, dann das Wolln-Se-nen-Kaffee?

Die Frage klang in keinem der Flleironisch, und man schaute dann sicher-heitshalber noch mal aus dem Fenster,um sich zu vergewissern, dass man tat-schlich in einem Ministerium in Dres-den gelandet war und nicht in einer Au-endienstbaracke im Nordkaukasus. Im Ergeb-nis dieses jhrlichen Reports steht auch ein entschiedenes Einerseits-Ande-rerseits. Ist die Arbeitslosig-keit mit 10,7 Prozent so niedrig wie nieseit , fllt angesichts der guten Ent-wicklung des verarbeitenden Gewerbesder groe Begriff Reindustrialisierung,und darf ein Rckgang der Abwanderungin die alten Bundeslnder konstatiert wer-den.

Liegt der durchschnitt-liche Verdienst im Osten bei nach wie vormageren 70 Prozent des West-Wertes, istdie Arbeitslosigkeit trotz ihres Rckgangsimmer noch fast doppelt so hoch wie dieim Westen, und muss konstatiert werden,dass sich der Angleichungsprozess deut-lich verlangsamt hat. In Gnze betrachtet scheint dieser Pro-zess einer Asymptote zu gleichen: Der Os-ten holt auf, die Fortschritte aber fallenimmer kleiner aus. Annhernd gleiche Le-bensverhltnisse wird es, wenn ber-haupt, erst in der Unendlichkeit geben.

Die Diskussion dieser Berichte erfolgtstets aus einer Perspektive: Was hat derOsten aus der Sicht des Westens erreicht? In dieser Sicht kommen die vielen Ost-deutschen nicht vor, die im Westen arbei-ten und dort Steuern zahlen. Es kommendie vielen Produkte nicht vor, die im Os-ten gefertigt, aber dann ber die jeweiligeKonzernzentrale im Westen abgerechnetwerden.

Dass von diesen Konzernzentra-len bald ein Vierteljahrhundert nach demMauerfall noch immer keine im Ostenliegt?

In Zweifel zu ziehen istder Bericht auch wegen seiner Methodik,weil die ganzheitliche Betrachtung in zen-tralen Kategorien wie Arbeit, Wirtschaftund Demografie ihre Aussagekraft ohne-hin verloren hat. Stdtewie Dresden oder Leipzig verzeichnenseit Jahren Bevlkerungswachstum. Dem-nchst wird das Leibniz-Institut fr Ln-derkunde aber auch eine Studie vorstel-len, wonach keine Region in Europa sostark schrumpft wie Sachsen-Anhalt. Wenn die Entwicklungen im Osten teilsso unterschiedlich sind, welche Aussage-kraft hat da noch ein Durchschnittswert?

Wie misst man den Standder Deutschen Einheit denn nun am bes-ten? Die Messung nach persnlichem Ge-fhl fhrt zu einem anderen Ergebnis alsjene in Zahlen und Statistiken. In dieserKategorie ergeben sich fr OstdeutscheFragen, die einen Blick auf den kulturel-len Stand der Deutschen Einheit erlau-ben, die aber viel zu selten ffentlich dis-kutiert werden. Nur, ist es wirklich banalzu bemerken, dass bei den Koalitionsver-handlungen in der kleinen Fhrungsrun-de auer der Kanzlerin kein einziger Ost-deutscher vertreten ist?

Ist es spitzfindigfestzustellen, dass die Nachrufe auf DDR-Schauspieler in der Tagesschau in allerRegel krzer ausfallen als jene auf dieVolksschauspieler des alten Westens? Und muss man das einfach hinnehmen,wenn ein Sportkommentar einen fr Dres-den spielenden Fuballer mit den Wortenanmoderiert David Solga, oder wie manim Osten sagt: David Solga bri-gens ist gebrtiger Dortmunder.

All dies sind gewiss Kleinigkeiten, wieauch die Frage eine Kleinigkeit ist, obman wirklich so irre drauf und wirklichfreiwillig in den Osten gezogen sei. Aberdiese Kleinigkeiten sind wesentlich, weilsie illustrieren, dass neben der wirtschaft-lichen Angleichung des Ostens an denWesten auch seine Gleichberechtigung inder ffentlichen Wahrnehmung und Wert-schtzung lngst nicht erreicht ist.

Inwie-weit die tatschlichen und gefhlten Un-terschiede einander stabilisieren, lsstsich schwer sagen. Sicher ist nur, dass die-se Unterschiede bislang fortbestehen. Diebeiden Teile Deutschlands stehen sichnicht mehr feindlich gegenber, aber siesind noch verschieden und unterschied-lich stark. Sie sind Devid und Goliath. Bei der diesjhrigen Prsidentschafts-wahl vertritt die Sozialistin Michelle Ba-chelet die eine Seite, die rechtsgerichteteKandidatin Evelyn Matthei die andere,Mitte Dezember gehen beide in eine Stich-wahl.

Doch es sieht jetzt schon so aus, alsnhere sich die ra Pinochet mit Versp-tung endlich ihrem Ende. In mehr als zwanzig Jahren hat es keinchilenischer Prsident geschafft, die auto-ritren Strukturen und das nur auf Profitausgerichtete Wirtschaftssystem zu ber-winden. Auch die vormalige PrsidentinBachelet traute sich in ihrer ersten Amts-zeit nicht, Pinochets neoliberales Erbe an-zutasten.

Fr die Forderungen der Studentennach kostenfreier Bildung hat er kein Ver-stndnis. Doch inzwischen haben sich dieVerhltnisse verschoben wie das Ergeb-nis der ersten Wahlrunde illustriert. Eine groe Mehrheit der Chilenenstimmte fr jene Kandidaten, die wie Ba-chelet ein gerechteres Erziehungssystemversprechen. Es wird Zeit, dass sich Chile von PinochetsVermchtnis trennt. In Deutsch-land gibt es 1,6 Millionen Erwerbs-minderungsrentner, die wegen ei-ner Krankheit vorzeitig mit dem Arbeitenaufhren mussten.

Viele dieser Frhrent-ner rutschen in die Armut und sind aufWohngeld oder Sozialhilfe angewiesen. Nun kann diese Rentner-Gruppe auf deut-lich mehr Geld hoffen. Menschen mit einer Erwerbsminde-rung sind zum vorzeitigem Rentner-Da-sein verdammt. Bei vielen von ihnenspielt die Psyche nicht mehr mit.

Ihr Ar-mutsrisiko ist besonders hoch die Er-werbsminderungsrente beluft sich imSchnitt auf Euro im Monat. Es ist deshalb gut, wenn die knftigenKoalitionre diese Frhrentner nicht nurmit kosmetischen Korrekturen besserstel-len will. Die alte Koalition wollte ihnen je-des Jahr ein paar Euro mehr geben. Daswre nicht mehr als ein Tropfen auf denheien Stein gewesen.

Nun knnten imSchnitt 45 Euro im Monat und auf einenSchlag herausspringen. Anders als beiden Plnen fr hhere Mtterrenten oderder abschlagsfreien Rente fr langjhrigVersicherte mit 63 wrde dies vielen Men-schen helfen, die es wirklich brauchen. Volvo, Saab, vie-le mittelgroe Zulieferunternehmen: DieChinesen haben viel Geld, aber keinewohlklingenden Markennamen. Deshalbkaufen sie gerne ein, vor allem in Europa. Dass westliche Autokonzerne zumShoppen nach China gehen, passiert nie.

Insofern ist das, was an diesem Dienstagin Peking unterzeichnet wird, ein bemer-kenswertes Ereignis in der deutsch-chine-sischen Wirtschaftsgeschichte. Daimlerkauft sich bei seinem chinesischen Part-ner BAIC ein und wird damit immer mehrauch zu einem lokalen Hersteller.

Und bekommt dadurch Macht und Ein-fluss auf einem Markt, der fr Konzerneaus dem Ausland bislang immer nur einreiner Absatzmarkt war, aber kein Ter-rain, auf dem man aktiv mitmischenkonnte. Genau das kann Daimler jetzt: Die Deutschen bekommen zwei Verwal-tungsratsmandate in Peking und so Ein-blicke in eine fremde Welt, die den meis-ten deutschen Automanagern bislang ver-schlossen war.

Der Einstieg beim Partner ist nicht um-sonst. Die Chinesen brauchen keinGeld aus Stuttgart. Was sie brauchen,sind Technologie, Know-how und einengroen deutschen Namen an ihrer Seite. Das alles bringt Daimler mit. In der hessischen SPDkursiert die Idee, dass Thorsten Schfer-Gmbel ein Experiment wagen knnte,das politisches Neuland wre, aber den So-zialdemokraten doch noch den Macht-wechsel in ihrem einstigen Stammland er-mglichen wrde. Die Rede ist von einerrot-grnen Minderheitsregierung unterseiner Fhrung, die sich ihre Mehrheiten jenach Thema suchen wrde.

Die Idee gehtum, auch mit ihm, und ob er es versucht,das drfte von der Bereitschaft der Grnenabhngen, aber auch von seiner sehr per-snlichen Abwgung aller Risiken.

Wenn Schfer-Gmbel ein Mensch w-re, der nur sichere Wege gehen will, dannhtte der Jhrige Parteichef es nie bisan die Schwelle zur Macht in seinem Hei-matland geschafft. Sein Weg liest sich wieeine Geschichte schwerer Aufgaben. Gescheit, fleiig, fr nix zu schade. Ermachte das Abitur als einziges Kind aus ei-ner Familie, in der das Geld fehlte, auch dieGeschwister auf hhere Schulen zu schi-cken.

Seine Geschichte aus dem Stadtteil,der nicht auf der Sonnenseite des Lebenslag, wie es in einer SPD-Broschre hie,beschwerte ihn anfangs, und ist jetzt einAntrieb, sich fr Gerechtigkeit und Bil-dungschancen einzusetzen. Dies ist einer, derwei, was es heit, die Mutter in den Feri-en bei der Arbeit als Putzhilfe zu unterstt-zen, damit die Familie ihr Auskommen hat.

Er hat erst Agrar- und dann Politikwis-senschaft studiert. Gern wre er Entwick-lungshelfer geworden, das verhinderte einAugenleiden. Er wurde Referent in der Ju-gendarbeit fr sein Quartier in Gieen.

Frh engagierte er sich in der hessischenSPD, und als sie ihre schwerste Stunde er-lebte, nach dem Fiasko von Andrea Ypsilan-ti mit dem rot-grn-roten Bndnis ,bernahm der nahezu Unbekannte dieSpitzenkandidatur. Damal wurde er als ge-borener Verlierer verspottet und standdoch, im inneren Wissen um seine Str-ken, untersttzt von seiner Frau Annette,einer Historikerin, einer klugen Beraterin. Sie haben drei Kinder, bei der ltestenTochter Svenja ging er in Elternzeit. Nach der erwartbaren Niederlage fing die Arbeit erst an.

Er einte die tief ge-spaltene SPD als ein in Stilfragen strengerChef, der es gern pnktlich und genau hat,und erwarb sich mit politischen Analysenauch den Respekt seiner Gegner. Andersals einst bei Ypsilanti steht die Partei hin-ter ihm. Der Unterschied zu allen bisheri-gen Hrden ist freilich, dass er diesmal et-was zu verlieren htte. Aber in den letztenWochen bekam er zu spren, dass es ohneRisiko auf eine Koalition hinauslaufenknnte, an der die SPD nicht einmal betei-ligt wre: Wenn sich nmlich Schwarz undGrn zusammentun.

Hultschiner Strae 8, Mnchen, Tel. Roman Dei-ninger, Rotebhlplatz 33, Stuttgart, Tel. Jrgen Maukner verantwortlich ,Anzeigenaufnahme: Wo steht derOsten im Vergleich zumWesten? Es werde ganz ohne Zweifeldurch die im Raum stehenden Vorwrfemillionenfacher Aussphung auf die Pro-be gestellt, sagte Merkel am Montag bei ei-ner Regierungserklrung im Bundestag.

Die Vorwrfesind gravierend, sie mssen aufgeklrtwerden und, noch wichtiger, fr die Zu-kunft muss neues Vertrauen aufgebautwerden, sagte sie. Trotz allem aber blei-be das transatlantische Verhltnis von her-ausragender Bedeutung fr Deutschlandund fr Europa. Nun sei neben Transpa-renz das Bewusstsein dafr notwendig,dass die transatlantische Partnerschaft Ga-rant fr Sicherheit und Stabilitt sei.

Noch strker beunruhige die Tatsa-che, dass seit den ersten Verffentlichun-gen die Informationspolitik unserer ame-rikanischen Freunde leider zu wnschenbrig lie, so Friedrich. Auch dazu, dassoffenbar Merkels Mobiltelefon abgehrtwurde, gebe es bisher keine ausreichen-den Einlassungen und Informationen deramerikanischen Partner.

Allerdings wei-se er Vorwrfe des Bundesdatenschutzbe-auftragten Peter Schaar zurck. Schaarhatte eine bessere Kontrolle der Nachrich-tendienste in Deutschland verlangt undvon erheblichen kontrollfreien Rumen ge-sprochen.

Man drfe dienotwendige Aufklrung nicht in eine fer-ne Zukunft verschieben. Die Versuchediesseits und jenseits des Atlantiks, dieVorgnge zu banalisieren, knne mannicht akzeptieren. Abhren unter Freun-den sei unntig und gehre sich nicht. Steinmeier forderte weitere Aufklrung, et-wa darber, ob das Weie Haus ber Aus-sphaktionen informiert gewesen sei dies msse man wissen, bevor man zumdeutsch-amerikanischen Alltag zurck-kehre.

Zudem brauche man belastbare,berprfbare Vereinbarungen, die mas-senhaftes Aussphen und Wirtschaftsspio-nage fr die Zukunft ausschlssen. Gregor Gysi Linke sprach von einemSkandal, der in seinem Ausma in dieserArt noch nicht vorgekommen ist.

Er schla-ge vor, Edward Snowden wegen seiner Ver-dienste den Friedensnobelpreis zu verlei-hen. Weitere Aufklrung sei zudem nurmit Snowdens Hilfe mglich, daher msseer nach Deutschland kommen. Deutsch-land ist erst dann souvern, wenn es HerrnSnowden anhrt, schtzt, ihm Asyl ge-whrt und seinen sicheren Aufenthalt ga-rantiert, sagte der Fraktionschef.

Er frage Merkel, ob sie mal darbernachgedacht habe, sich bei Snowden zubedanken. Friedrich warf er vor, sich ge-genber den USA devot zu geben, wie eseines deutschen Innenministers nicht wr-dig sei.

Das Parlamentarische Kontrollgre-mium fr die Geheimdienste msse knf-tig besser ausgestattet werden, so Strbe-le. Zudem forderte er einen Untersuchungs-ausschuss, um die Vorwrfe aufklren zuknnen. Es msse nun sichergestellt wer-den, dass die deutsche Bevlkerung wie-der sicher kommunizieren knne. Das Bundesinnenministerium bestrittam Montag, dass amerikanische Beamte wie von der SZ berichtet an deutschenFlughfen entscheiden, wer Flugzeuge be-steigt.

Die Amerikaner seien nur bera-tend ttig. Ein Sprecher der Lufthansa sag-te der Nachrichtenagentur dpa freilich,dass die Fluggesellschaft die Empfehlun-gen der Amerikaner respektiere. Aber ist es wirklich verdch-tig, wenn jemand hier entlangschlendert,und ab und an vielleicht sogar stehenbleibt? Oder, anders gefragt, ist es so ver-dchtig, dass gleich zwei Polizeiwagen unddie schwarz uniformierten US-Sicherheits-leute gebraucht werden? Man findet das Konsulat im FrankfurterNorden, in einem Gebude, in dem ehe-mals das grte amerikanische LazarettEuropas untergebracht war.

Heute gleichtdas Haus eher einer Festung: Dann stoppen auch schon die Polizeistrei-fen: Was wollen Sie hier? Die amerikanischen Sicherheits-mnner gesellen sich dazu. Es ist kein Wunder, dassman nervs ist hier. Das Generalkonsulatspielt eine besondere Rolle im weltweitenNSA-berwachungsskandal und eine tra-gende, was Deutschland angeht. Anders lsst es sich kaum er-klren, dass der Verfassungsschutz im Au-gust einen Hubschrauber im Tiefflug berdem Gelnde kreisen lie, um hochaufl-sende Fotos zu machen.

Mit Hilfe diesernach diplomatischem Mastab bemer-kenswert aggressiven Aktion wollten dieVerfassungsschtzer offenbar herausfin-den, ob sich, hnlich wie man es bei der Ber-liner US-Botschaft vermutet, eine Abhr-anlage auf dem Dach befindet. Ein Spre-cher des Bundesinnenministeriums sagt,einzelne Liegenschaften bestimmter aus-lndischer Staaten wrden routinem-ig oder anlassbezogen vom Verfassungs-schutz aus der Luft begutachtet, und zwarim Rahmen der Spionageabwehr.

Spionageabwehr das Wort lsst wenigRaum fr Interpretationen. Dabei klingtGeneralkonsulat ja eher nach rauschen-den Bllen, feierlichen Begrungsredenoder auch nach Leuten, die Psse ausstel-len oder Visa erteilen. Aber noch vor wenigenWochen htte man ja auch keine heimlicheAbhrstation in einer Botschaft vermutet. Das amerikanische Generalkonsulat inFrankfurt ist mit seinen etwa Mitarbei-tern nicht nur das grte weltweit, es istauch eine der grten Niederlassungender in Langley beheimateten CIA auer-halb Amerikas.

Frankfurt ist Amerikasdeutsche Geheimdiensthauptstadt. In einem Umkreis von etwa 40 Kilometernum die Stadt haben die Amerikaner zudemein dichtes Netz von Auenposten undTarnfirmen angesiedelt. Aber die Zentraleist, nach allem, was man wei, das amerika-nische Generalkonsulat. Man wrde darber gerne mit dem US-Generalkonsul reden, Erklrungen hren.

Doch der Generalkonsul, heit es, sei dienchsten Wochen leider nicht zu sprechen. Auch ein Besuch im Konsulat knne leidernicht stattfinden. Dabei gbe es weit mehrzu besprechen als nur die NSA-Problema-tik, und mehr zu bestaunen als nur dasHauptgebude.

Rechts vom Haupteingangdes Konsulats gibt es eine weitere Ein-fahrt, ebenfalls bewacht von bewaffnetenMnnern, am Tor steht Warehouse. Hierfahren alle paar Minuten Lastwagen vor,Wachmnner kontrollieren mit Spiegelndie Fahrzeugunterbden nach Sprengst-zen. Erst dann drfen sie passieren. DieLkws werden zu einem groen Flachbau di-rigiert, davor parken schwere Pickups, da-hinter warten extra gesicherte berseecon-tainer auf den Abtransport.

Mit gewhnlichenGebrauchsgegenstnden, aber auch mitrecht Auergewhnlichem: Das Frankfurt Regional Support Ter-minal beschaffte, was auch immer ge-braucht wurde. Selbst wenn es um heiklereAuftrge ging: Als die Amerikaner nachden Anschlgen vom September mit allen Mitteln versuchten, die Hinter-mnner zur Rechenschaft zu ziehen, gingein besonders schwieriger Auftrag nachFrankfurt.

Von Frankfurt aus sorgte Foggodafr, dass die Verhrkabinen immergleich aussahen, egal ob sie in Rumnien,Marokko oder Polen standen: Sperrholz-wnde, rutschfester Boden, ein Plastik-stuhl. Gleiche Anmutung, gleiche Gre.

Die Gefangenen sollten nicht erkennen, inwelchem Land und in welchem Gefngnissie gerade waren das machte es spterschwerer, der CIA Menschenrechtsverlet-zungen nachzuweisen. Nur die Utensilienfrs Waterboarding ein langes Brett, aufdas die Opfer geschnallt werden, ein Eimerfr das Wasser, ein Tuch, damit der Gefol-terte nicht wirklich ertrinkt wurdennicht aus Frankfurt geliefert, sondern vorOrt zusammengesucht.

Foggo, der Mann,der all das organisierte, war damals offizi-ell dem Frankfurter US-Generalkonsulatzugeordnet. Frankfurt spielt in der Geheimdienstar-chitektur der Amerikaner eine herausra-gende Rolle, oder, etwas weiter gefasst: Viele Schlsselortesind hier zu finden.

Millionen von Da-ten werden hier von den mehr als Mit-arbeitern gefiltert, sortiert, falls notwen-dig entschlsselt und anschlieend bewer-tet, unter anderem mit der durch die NSA-Affre bekannt gewordenen Analysesoft-ware XKeyscore. Von auen ist dem Gelnde nicht anzu-sehen, dass hier in den vergangenen Jah-ren etliche Millionen Dollar investiert wur-den. Nur die Lftungsschchte lassen erah-nen: Von dort aus wird berwacht undabgefangen, seit die amerikanischen Spio-ne aus dem oberbayerischen Bad Aib-ling hierher gezogen sind.

Seitdem ist Hes-sen noch wichtiger geworden fr die Ameri-kaner, denn auch wenn die ffentliche Auf-regung ber das Aussphprogramm jetztgro ist es wird in Zukunft wohl nicht we-niger wichtig werden. Man hat das Gelnde lngst verlassen,da meldet sich die Polizei telefonisch: Wasman am Dagger-Complex zu suchen ge-habt htte? Freundlich-scherzhaft sagt der Polizist, inGuantanamo sei noch eine Zelle frei.

Bald werden die Amerikaner ihre deut-schen Helfer in Darmstadt nicht mehrbrauchen. Klingt nach einem Ort, den man sichgenauer anschauen sollte. Ist leider gerade nicht mglich, sodie Auskunft, ebenso wenig wie ein Tele-foninterview. Mehr erfhrt man in der US-Datenbankfr Staatsauftrge: Demnach entsteht hierfr Millionen Dollar ein Hightech-Kon-trollzentrum fr geheimdienstliche Aus-wertung. Knapp 12 Quadratmeter sind eingeplant, in demdann wohl mehr als Intelligence Pro-fessionals, also Geheimdienstprofis, imDreischichtbetrieb arbeiten werden.

Das deutsche Herz des US-berwa-chungswahns wird in Hessen schlagen. Darauf gibt es viele Antwor-ten: Viel-leicht auch einfach, weil Hessen schon lan-ge amerikanischer ist als der Rest der Nati-on.

Omar wurde nach gypten ge-schafft, wo er fr mehr als ein Jahr in ei-nem Foltergefngnis verschwand. Die USA haben die Agentenselbstverstndlich nicht ausgeliefert. Ge-plant wurde die Entfhrung unter ande-rem in Frankfurt. Hier laufen die Fden zusammen, an de-ren Enden man auf fast alle US-Geheim-dienste stt, die hierzulande operieren. Deren Mitarbeiter entscheiden am Frank-furter Flughafen mit, wer berhaupt in einFlugzeug steigen darf und wer nicht. Offizi-ell geben sie allerdings lediglich Empfeh-lungen.

Jetzt wrden nur noch die Leutevom Secret Service fehlen. Auf den Visiten-karten allerdings, die zwei Special Agentsprsentierten, als sie am Frankfurter Flug-hafen einen estnischen Hacker festsetz-ten, stand allerdings eine andere Adresse: Zahlenknnen die Welt begreifbar machen auchdie Welt der Spione und ihrer Gegner. Beim Bundesamt fr Verfassungsschutz BfV , das fr die Spionageabwehr inDeutschland zustndig ist, weist der inter-ne Stellenplan in den Bereichen Spio-nageabwehr, Proliferationsabwehr undWirtschaftsschutz ,02 Stellen auf.

Bis bestand die Spionageabwehr des BfVaus vier Referaten. Heute sind es nur nochzwei. Beim Bundesnachrichtendienst BND , der rund Mitarbeiter hat, km-mern sich um die alte klassische Spionage-abwehr nur zwlf Nachrichtendienstler. Al-les in allem nicht sehr viel. Und wenn es um befreundete Nachrich-tendienste geht, gelten in der Theorie zwardieselben Regeln wie bei den fremdenDiensten, aber die Praxis ist anders.

Dasheit, trotz Verdachts darf dort keine eige-ne Quelle eingeschleust werden. Dafr sei,so das BfV, wenn berhaupt, der Bundes-nachrichtendienst zustndig. Aber auchder befasst sich damit nicht. Wenn man darber rtselt, warum dasHandy der Kanzlerin vermutlich abgehrtwurde ohne dass jemand von der deut-schen Spionageabwehr Wind davon be-kam oder warum vermutlich in der briti-schen und der amerikanischen Botschaftunentdeckt Horchposten eingerichtet wer-den konnten, sollte man nicht nur auf diemickrigen Zahlen der deutschen Spionage-abwehr schauen.

Auf die Gefahren-Philoso-phie kommt es an. AlliiertePartnerdienste sind verlssliche Freunde. Die Zusammenarbeit isteng und vertrauensvoll. Partner sind keine Gegner was sie trei-ben, ist tabu. Gefhrlich sind russische, chinesischeund sonstige Agenten: Wir haben die Sorge, fgte er hinzu,dass es noch andere Snowdens gebenknnte, die nach Russland oder China ge-gangen sind, um dort ihr Wissen zu verkau-fen. Wenn man bsartig wre, knnte manzu dem Schluss kommen, der Prsident be-dauere, dass deutsche Brger dank der Auf-klrung durch den Whistleblower EdwardSnowden jetzt wissen, in welchem Umfangsie von amerikanischen oder britischenDiensten ausgespht werden.

Das htteman eigentlich lieber von den eigenenNachrichtendienstlern erfahren. Die deutsche Spionageabwehr ist, wennes um Aussphungen durch befreundeteDienste geht, nicht einmal bedingt abwehr-bereit. Sie wirkt in diesen Fllen berfor-dert oder vorstzlich ahnungslos. Das be-ginnt schon beim Grundstzlichen: Ge-heimpersonal befreundeter Staaten wirdakkreditiert und arbeitet an Botschaftenund Konsulaten.

Aber wie viele Agentensich wirklich in Deutschland aufhalten, istden Verfassungsschtzern nicht bekannt. Und was ist mit den etwa Leihagen-ten der Amerikaner, die in Deutschland frUS-Dienste vor allem hacken, sphen, for-schen? Sie sind mit Sicherheit nicht alsAgenten akkreditiert. Kmmert das die Ab-wehr? Und was hat es mit der angeblichenWirtschaftsspionage durch US-Diensteauf sich? Natrlich mssen deutsche Nachrich-tendienste russische, chinesische, irani-sche, syrische Agenten oder Beschaffer be-sonders streng im Blick haben.

Und Part-ner sind Partner. Aber keine Freunde, weiles in diesem Metier keine Freunde gibt,sondern nur Interessen. Was die deutschen Dienste wirklich in-teressiert, sind die Fremden Dienste, diein Deutschland herumspionieren und in-tern Angreifer genannt werden. JedesJahr befragen die deutschen Spionageab-wehrer mehrere Hundert Menschen mitKontakt zu auslndischen Nachrichten-diensten, um zu erfahren, was die so wis-sen.

Knapp sechzig Ermittlungsverfahrenwurden zwischen und auf denWeg gebracht. Agenten befreundeterDienste waren freilich nicht darunter. DieAktivitten der Partnerdienste werden vonden Verfassungsschutzbehrden nicht sys-tematisch erfasst. Wenn ein Agent eines be-freundeten Dienstes in Deutschland ope-rativ ttig wurde, ohne das mit uns abzu-stimmen, sagt ein hochrangiger Nachrich-tendienstler, dann bestellen wir den ein,und dann ist Ruhe.

Da mssen die Merkel-Abhrer etwas grndlich missverstandenhaben. Es ist in der Branche blich, dass Agen-ten, die akkreditiert und dann aufgefallensind, abgeschoben werden. Das Verfahren nennt man in derBranche Stille Ausweisung.

Auch da gibtes Klassenunterschiede. In den vergangenen vier Jahren wurdeneinige Agenten zur Ausreise gedrngt: Amerikanische oder britische Agenten fal-len so gut wie nie auf.

Heute soll es sichangeblich um eine Anlage zur Funk-aufklrung oder zum Abhren vonSatellitenkommunikation handeln. Heuteute soll es sichHeu chhbermittelt wuwmb wurer wurm eine Anlageage zur Funk-Anlagm eine angeblich umeblich umh umblgng mr zum AbhAbhren vonm Aoder zumuaufklrung ufklrungfuf oommunikation hnikaommunikation handeln.

Deutschland stehtbereit, sich an der Vernichtung der Che-miewaffen technisch, logistisch undfinanziell zu beteiligen, sagte Bundes-auenminister Guido Westerwelle amMontag in Brssel am Rande eines Tref-fens der EU-Auenminister. Allerdingssollten die Waffen nicht in Deutschlandselbst vernichtet werden. Wende dagegenhatte in der Sddeutschen Zeitung ange-kndigt, Fachhochschullehrern dasPromotionsrecht einzurumen.

Nachbisherigem Stand knnte dies ab mglich werden. November eine weitere Sondersitzungdes Bundestags beantragt. Bis zur ge-planten Kanzlerwahl msse das Parla-ment weiter seiner verfassungsmi-gen Aufgabe nachgehen, schrieb dieParlamentarische GeschftsfhrerinBritta Haelmann am Montag an Bun-destagsprsident Norbert Lammert.

DieVereidigung des neuen Kabinetts wirdnach derzeitiger Planung erst kurz vorWeihnachten stattfinden. Drei Mandateder Bundeswehr liefen zum Dezem-ber aus und mssten gegebenenfallsverlngert werden. Zudem sei einebaldige Neubesetzung des Parlamentari-schen Kontrollgremiums zur Kontrolleder Geheimdienste ntig. Die geschfts-fhrende Bundesregierung solle sicheiner Fragestunde stellen. Hessenbraucht eine stabile und verlssliche Regie-rung auf fnf Jahre, sagte Bouffier inWiesbaden.

Was fr ihn bedeuten wrde,dass die Option ausgeschlossen sein mss-te, ber die nun in Wiesbaden diskutiertwird. Es wre freilich auch eine Option, dieden Christdemokraten Bouffier von derMacht ausschlieen wrde, was ihm nichtgefallen kann.

Vorige Woche schloss er die Rundenmit den Grnen ab, heiter und mit Zuver-sicht, aber ohne konkrete Einigung fr daswichtigste Streitthema, die Zukunft desFrankfurter Flughafens. Freilich war mansich so weit nher gekommen, dass beideParteien einen Korridor fr eine Eini-gung sahen in einer Frage, der ihre Positi-onen eigentlich gegenstzlich sind.

Der derzeit stets gesellig und verbind-lich auftretende Bouffier hat sich beidenpotenziellen Partnern angenhert. Die hes-sische CDU ist stolz darauf, dass niemandvorab nach auen Prferenzen uert. Die Grnen haben sich fr den Samstagverabredet, ber mgliche Optionen zu be-raten.

In ihren Beschlssen hatten sie stetsWert auf stabile Verhltnisse gelegt. Als Mo-dell wird in Hessen intern ber den Wegder Sozialdemokratin Hannelore Kraft inNordrhein-Westfalen diskutiert, auch sielie sich zunchst als Chefin einer rot-gr-nen Minderheitsregierung zur Minister-prsidentin whlen und brauchte dann frAbstimmungen Partner im Parlament.

Beispteren Neuwahlen bekam Rot-Grn eine eigene Mehrheit. Sie sei nicht neu, und in fast al-len Runden besprochen worden, sagte ernur. Die Linke zeigte sich dafr ausdrcklichoffen. Das ist nicht unser bevorzugtes Mo-dell. Die Fraktionsvorsit-zende Janine Wissler sagte: Wenn Thors-ten Schfer-Gmbel zu der Wahl antritt, ge-he ich davon aus, dass wir Bouffier auch ab-whlen, so wie wir das immer gesagt ha-ben.

Danach msse ber inhaltliche Fra-gen von Fall zu Fall entschieden werden. Weiterhin absolut auen vor hlt sich dieFDP, die nach ihrem Desaster bei der Land-tagswahl seit Monaten sprachlos wirkt. Andiesem Dienstag will man zwar mit den So-zialdemokraten sprechen. Aber da soll esnicht um Koalitionen, sondern um die all-gemeine Lage gehen. Ergebnisse prsentier-te sie aber erst nach Mitternacht.

Auch dieletzten Treffen der Gruppe waren zu nacht-schlafender Zeit zu Ende gegangen.

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