Wie wird der Warenkorb für den Verbraucherpreisindex ausgewählt?


Kredite als Inflationsschutz ungeeignet Die niedrigen Zinsen sorgen auch dafür, dass sich immer mehr Bundesbürger verschulden.

Servicemenü


Der Verbraucherpreisindex VPI für Deutschland ist dabei ein wichtiger Gradmesser für die künftige Wirtschafts- und Geldpolitik, um beispielsweise die Inflation oder die Deflation zu bekämpfen. Der Preisindex basiert auf Preisen von Produkten zum Beispiel Lebensmittel, Kleidung, Schuhe, Körperpflege und Transport , die für den Lebensunterhalt eines durchschnittlichen Haushalts unverzichtbar sind. Preisindex nach Laspeyres berechnen. Dadurch wird der Wert des Warenkorbs im Basisjahr ermittelt.

Preisindex berechnen — Rechenbeispiele. Die Entwicklung wird dabei in Indexwerten angegeben. Die Indexangabe kann nicht immer mit den Veränderungen in Prozent gleichgesetzt werden.

Kredite als Inflationsschutz ungeeignet Die niedrigen Zinsen sorgen auch dafür, dass sich immer mehr Bundesbürger verschulden. Diese Tendenz wird zusätzlich durch die von den Medien geschürte Inflations-Angst verstärkt. Nicht zu kurzsichtig sein! Will man nunmehr einen Rückschluss auf die Inflationsrate ziehen, kommt folgende Formel zur Anwendung: Im Januar betrug der Verbraucherpreisindex in Deutschland zum Beispiel ,5.

Insgesamt ist die Aussagekraft des VPI aber eher begrenzt. Aufbauend auf dem VPI wird durch methodische Anpassungen ein international vergleichbarer Harmonisierter Verbraucherpreisindex berechnet. Er dient insbesondere der Europäischen Zentralbank zur Beurteilung der Inflation. Bei der Berechnung des Verbraucherpreisindex geht man von einem "Warenkorb" aus, der sämtliche von privaten Haushalten in Deutschland gekaufte Waren und Dienstleistungen repräsentiert.

Der Warenkorb lässt sich auf zwei Ebenen betrachten. Diese konkreten Einzelprodukte stellen die untere Ebene des Warenkorbes dar. Auf dieser Ebene der einzelnen Preisrepräsentanten wird der Warenkorb ständig angepasst, da wegfallende oder an Marktbedeutung verlierende Güter ersetzt oder neue Gütervarianten aufgenommen werden. Die Auswahl von Produkten erfolgt in Form von repräsentativen Stichproben.

Hierfür wird zunächst das gesamte Bundesgebiet in 94 Regionen aufgeteilt. Im Anschluss werden in jeder dieser Regionen in der Regel repräsentative Städte und Gemeinden, dort dann repräsentative Geschäfte und darin die am häufigsten verkauften Produkte ausgewählt.

Die Zahl der ausgewählten Produkte orientiert sich tendenziell am Anteil der Ausgaben für eine Güterart an den gesamten Ausgaben für den privaten Konsum. Auch für weniger bedeutende Bereiche müssen Produkte aufgenommen werden, um die gesamte Bandbreite des privaten Konsums abzudecken. Für die Messung der Preisentwicklung der einzelnen Güter des Warenkorbes werden monatlich mehr als Diese bisher übliche Preiserhebung umfasst einerseits die dezentrale Preiserhebung durch Preiserheberinnen und Preiserheber in Geschäften in ganz Deutschland und andererseits die zentrale Preiserhebung, welche hauptsächlich als Erhebung im Internet erfolgt.

Die ergänzende Nutzung digitaler Datenquellen ermöglicht es den Statistischen Ämtern, die Zahl der monatlichen Preisbeobachtungen deutlich zu erhöhen. So werden zum Beispiel für Güterbereiche mit besonders komplexer Preisgestaltung — wie Pauschalreisen oder Beiträge zu Kfz-Versicherungen — zusätzliche Datenquellen mit hoher Beobachtungszahl genutzt. Darüber hinaus kommen moderne Erhebungsmethoden wie Web Scraping zum Einsatz.

Hierbei handelt es sich um ein automatisiertes Auslesen von Internetdaten. Für den Onlinehandel und für ausgewählte Dienstleistungen — wie zum Beispiel für Mietwagennutzung oder Reisen per Fernbus — wird die Zahl der monatlichen Preisbeobachtungen angesichts dynamischer Preisänderungen mit Hilfe derartiger Verfahren deutlich ausgeweitet. Ein einmal für die Preisbeobachtung ausgewählter Artikel wird dann gegen einen anderen ausgetauscht, wenn er nicht mehr oder nur noch wenig verkauft wird.

Beim Preisvergleich werden auch Mengenänderungen eingerechnet. Weiterhin werden Qualitätsänderungen berücksichtigt — zum Beispiel bei Gütern mit technischem Fortschritt. Qualitätsbereinigungen sind bei der Berechnung von Preisindizes zwingend notwendig. Modellwechsel können ebenso wie Änderungen von Vertragskonditionen mit Qualitätsänderungen einhergehen, die sich zwar im Preis niederschlagen können, aber nicht vollständig den Preisunterschied zwischen altem und neuem Produkt bedingen müssen.

In diesen Fällen wird der durch die Qualitätsunterschiede hervorgerufene Preisunterschied quantifiziert und bei der Indexermittlung herausgerechnet. Ohne eine solche Qualitätsbereinigung würden sich Verbesserungen oder Verschlechterungen der Güterqualität in den Preisindizes voll niederschlagen. Damit wäre eine sinnvolle Interpretation der gemessenen Preisentwicklung erschwert.

Copyright © 2017 · All Rights Reserved · Maine Council of Churches